Ulm / CHIRIN KOLB Die Stadt Ulm hat ihren Grundbesitz vergrößert. 25,5 Hektar kamen dazu, 24,9 Hektar wurden verkauft: auch für neue Wohngebiete.

Die Stadt Ulm und die Hospitalstiftung Ulm sind große Grundbesitzer. Alles in allem gehören ihnen 4466 Hektar. Doch nicht alle Flächen bleiben auch in städtischem Eigentum. Die Ulmer Vorratspolitik sieht vor, Grundstücke erst einmal in eigenen Besitz zu bekommen, bevor Baugebiete ausgewiesen werden. Der maßlosen Spekulation mit Bodenpreisen soll so ein Riegel vorgeschoben werden.

Auch im vergangenen Jahr haben Stadt und Hospitalstiftung wieder eifrig ge- und verkauft, berichtet der Abteilungsleiter Liegenschaften, Ulrich Soldner. 25,5 Hektar wurden erworben, darunter sind 12,3 Hektar Bauerwartungsland und 11,8 Hektar landwirtschaftliche Flächen oder Wald. Besonders viele Grundstücke hat die Stadt dort erworben, wo Schwerpunkte der künftigen Stadtentwicklung liegen, sei es als Wohn- oder Gewerbegebiete: im Ulmer Norden für die Gewerbegebiete an der A 8, am Eselsberg für den Science Park III, in den künftigen Wohngebieten in Jungingen ("Unter dem Hart"), Ermingen ("Im Greut") und Eggingen sowie im Sanierungsgebiet Dichterviertel.

Verkauft wurden 24,9 Hektar, darunter auch Wohnbauflächen an Bauträger. Die Stadt trennte sich zudem von einzelnen Objekten wie der Nübling-Turnhalle im Ulmer Westen und dem so genannten Häcker-Areal an der Keplerstraße, wo die städtische Wohnungsgesellschaft UWS bauen wird.

In den neuen Wohnbaugebieten verkaufte die Stadt nach Soldners Angaben insgesamt 65 Grundstücke an private Bauherren. Dort sollen Geschosswohnungen, freistehende Einfamilienhäuser, Reihen- und Kettenhäuser entstehen. Soldner: "Dadurch können allein auf ehemals stadteigenen Flächen insgesamt rund 180 neue Wohneinheiten realisiert werden."

In den Neubaugebieten, darunter "Lettenwald" in Böfingen, "Riedlen IV" in Gögglingen-Donaustetten oder "Lindenhöhe" in Grimmelfingen, werden weitere Flächen verkauft. Dazu kommen ab 2014 weitere Wohnbaugebiete (siehe Info-Kasten).

In den Gewerbe- und Industriegebieten hat die Stadt ebenfalls Flächen veräußert, und zwar acht Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 4,2 Hektar. Eindeutiger Schwerpunkt waren das Industriegebiet Donautal und das Gewerbegebiet Einsingen. Dort gingen jeweils drei Grundstücke weg.

300 neue Wohnungen allein im Lettenwald