„Gut gemeint, aber nicht erlaubt.“ So lautet das Urteil der städtischen Verkehrsbehörde zu den Plakaten, die Einwohner in Lehr an Tempo-30-Schildern angebracht hatten: Darauf wurden Autofahrer gebeten, Rücksicht auf Kinder zu nehmen. Allerdings blieben die Zusatzschilder nicht lange hängen, Mitarbeiter des Bauhofs haben sie entfernt.

Nina Hinz von der städtischen Verkehrsbehörde erklärt, warum das sein musste: „In der Straßenverkehrsordnung gibt es den Paragrafen der Verkehrsbeeinträchtigung. Danach darf an offiziellen Schildern nichts angebracht sein, was den echten Verkehrszeichen ähnlich ist, zu Verwechslungen führen kann oder die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer beeinträchtigt.“

Gut gemeint – aber verboten

Das selbst gemachte Plakat mit den zwei Kindern auf einem rot umrandeten Dreieck und dem  Appell, das Tempolimit einzuhalten, falle unter die Kategorie von Beeinträchtigung und Verwechslungsgefahr. „Obwohl wir das Anliegen, das dahinter steht, gut nachvollziehen können“, betont Nina Hinz.

Erlaubt sind aber beispielsweise Silhouetten spielender Kinder, die allerdings auf Privatgrundstücken oder an Privatzäunen hängen, sagt Hinz auf Nachfrage. In vielen Gemeinden gibt es solche Appelle an Autofahrer. „So etwas sollte aber abgestimmt sein mit der Stadt und der Polizei“, sagt die Frau von der Verkehrsbehörde weiter. Vielleicht wäre da ja eine Idee für die Lehrer Schildermaler.

Wenn zu Wahlkampfzeiten gefühlt überall Plakate hängen, tun sie das übrigens nie an Verkehrszeichen. Sondern nur an Laternenmasten. „Und alle Plakatstandorte sind immer von den Bürgerdiensten genehmigt“, versichert Nina Hinz.