McDonalds Stadt über McDonalds-Container: „Sicherheit ist gewährleistet“

Ulm / HANS-ULI THIERER 05.09.2013
Bis Ende September soll McDonald’s in sein soeben errichtetes mächtiges Provisorium mitten in der Bahnhofstraße einziehen. Alle Sicherheitsaspekte seien berücksichtigt, versichern Stadt und Feuerwehr.

Nachmessen an Ort und Stelle: Auf der Fußgängerebene, wo die Menschen gehen und die im Baujargon Ebene 0 genannt wird, sind es von der Außenmauer des neuen, in den vergangenen Tagen errichteten Gebäudes bis zum Modehaus Peek & Cloppenburg sechs Meter; auf der gegenüberliegenden Seite messen wir von der Südfront des Neubaus bis zum Schaufenster der Galeria Kaufhof fünf Meter, was man kaum glauben möchte, aber ein ausladender Bauzaun und herumliegende Baustoffe täuschen eben. Kurzum: Passanten werden auf beiden Seiten des neuen McDonald’s-Restaurants, das als provisorischer Leichtbau mitten in der Fußgängerzone Bahnhofstraße platziert worden ist, nach dessen Eröffnung insgesamt elf Meter Fußgängerbreite zur Verfügung stehen.

Weiter oben, sprechen wir angesichts von 3,20 Meter Höhe von Ebene Plus 2, geht es enger her. Das P&C-Gebäude kragt an einer Stelle soweit aus und ragt in die Bahnhofstraße hinein, dass es bis auf 4,20 Meter an den McDonald’s-Bau heranreicht; noch näher auf die Pelle rückt er in diesen Gefilden der Galeria Kaufhof, deren 1,60 Meter breites Vordach sich über die ganze Länge der Schaufesterfront in die Fußgängerzone hinein erstreckt. „Aber“, so betont OB Ivo Gönner, „die Eingangsbereiche der Galeria Kaufhof werden nicht tangiert.“

Im Übrigen glaubt sich der Oberbürgermeister erinnern zu können, „dass es damals, als Walz erweitert und ein Provisorium aufgestellt hat, in der Glöcklerstraße um einiges enger hergegangen ist.“ Jedenfalls: „Alle sicherheitsrelevanten Fragen sind im Zuge der Genehmigungsverfahrens berücksichtigt worden.“

In der Tat war dieser Neubau, obwohl nur Übergangslösung, wie jeder andere einem gewöhnlichen Baugenehmigungsakt unterworfen, berichtet der bei der Bauverwaltung verantwortliche Stadtplaner Helmut Kalupa. Im Zuge der behördlichen Abwicklungen waren auch die Rettungsdienste gehört worden, vorneweg die Feuerwehr, die im Ernstfall meist mit großen Fahrzeugen anrückt.

Reiner Buschow, bei der Feuerwehr zuständig für vorbeugenden Brandschutz, berichtet von Ortsbesichtigungen und einem Brandschutzgutachten eines unabhängigen Büros als Grundlagen. Ergebnis: Alle Sicherheitsabstände und Durchfahrtsbreiten seien ausreichend. „Keine Bedenken von unserer Seite.“ Als Feuergasse ausgewiesen sei der nördliche Durchgang, also jener zwischen neuem Restaurantbau und P&C. Der Baufreigabe stand sicherheitstechnisch nichts im Wege. Genehmigt ist das Interim – McDonald’s ist der Bauherr, die Stadt gezwungenermaßen der Finanzier – jedoch nur solange, bis die Sedelhöfe eröffnen, wo die Imbisskette dann ihr neues Dauerdomizil finden soll.

Obwohl erst in den vergangenen Tagen aufgerichtet, hat das Restaurant-Provisorium in seinem Breite-Höhe-Länge-Ausmaßen von 9 mal 7 mal 23 Metern bereits eine bewegte Geschichte mit vielen Debatten hinter sich. Nach Einschätzung Kalupas haben sich die Aufregungen in der Händlerschaft und unter Nachbarn inzwischen gelegt. Das jedenfalls schließt er aus vielen „konstruktiven Gesprächen“.

Notwendig geworden ist der Ersatzbau, der Ende September betriebsbereit sein soll, weil McDonald’s seine bisherige Lokalität am Eingang zur Bahnhofstraße aufgeben muss. Das Haus muss dem Sedelhöfe-Projekt weichen. Für die Stadt ist dies alles kein billiger Spaß: Sie musste den bis 2026 laufenden Mietvertrag ablösen, den McDonald’s für die alte Immobilie besaß. Das heißt unter anderem, dass die Stadt für die Kosten des Interims aufkommen muss. Alles in allem ist von zwei Millionen Euro die Rede.

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