Neu-Ulm Stadt Neu-Ulm setzt stärker auf Kultur

Ralph Seiffert will Neu-Ulm kulturell nach vorn bringen.
Ralph Seiffert will Neu-Ulm kulturell nach vorn bringen. © Foto: Privat
MAGDI ABOUL-KHEIR 15.09.2016
Die Stadt Neu-Ulm möchte ihre kulturellen Aktivitäten unter ein Marketing-Label stellen, aber auch ausbauen.

Städte tun sich leichter, Geld für die Kultur auszugeben, wenn sie dies Marketing nennen können. So haben beispielsweise die Ulmer Stadträte 1,9 Millionen Euro für das Münsterturmjubiläum 2015 genehmigt, weil sie sich von dem „Ulmer Weitblick“ genannten Programm überregionale bis internationale Werbeeffekte erhofft haben. Auch die Ulmer „Kulturpunkte“ gehören zum offiziellen Kulturmarketing. In Neu-Ulm wird bekanntlich 2019 der 150. Stadtgeburtstag begangen, und nun soll rechtzeitig auch ein stadteigenes Kulturlabel etabliert werden.

Ralph Seiffert, Fachbereichsleiter für Kultur, schwebt als solches Label „NUKULTUR“ vor. Für die Bezeichnung konnten sich in der Kulturausschusssitzung am Dienstagabend nicht alle Räte begeistern, wohl aber mit der Idee: Durch eine Dachmarke sollen die Profile der städtischen Kulturveranstaltungen nach außen gestärkt und auch neue Zuschauerschichten angesprochen werden.

Die drei städtischen Veranstaltungsreihen – die Konzerte im Glacis, die „Kultur im Museumshof“ und die „Kultur in der Caponniere 4“ – werden sehr gut angenommen, vorwiegend von Zuschauern im Alter 35+. Diese Erfolgsformate sollen unter „NUKULTUR“ natürlich beibehalten werden. Seiffert, der Kultur als „einen entscheidenden Identitätsfaktor einer Stadt“ ansieht, möchte darüber hinaus neue Spielorte und Veranstaltungen „implementieren“.

So soll als „NUKULTUR auf Straßen und Plätzen“ 2017 ein Straßenmusikfest stattfinden. Das Aufstellen des Maibaums soll durch ein „Rock in den Mai“-Konzert ausgeweitet werden, das Tradition und Moderne verbindet. Angelehnt an die „Stiege“ und das „Café Beirut“ in Ulm möchte Seiffert für Zwischennutzungsprojekte Räume zur Verfügung stellen: „NUKULTUR in off spaces“. Zudem laufen Gespräche mit der Glacis-Galerie, auch das Einkaufszentrum (etwa im Bereich der grünen Brücke) zum Spielort zu machen.

Seiffert will das kulturelle Angebot in Neu-Ulm „nicht als Konkurrenz zu Städten in der Umgebung“ erweitern, sondern eigene Nischen und ein eigenes Profil finden. Die Gestaltung des Kulturlabels – mit ansprechender grafischer und textlicher Gestaltung – soll zunächst in einem kleinen Wettbewerb ausgeschrieben werden. Für die Einführung des Labels und den Ausbau des Angebots kalkuliert die Verwaltung mit Kosten von rund 40.000 Euro. Die Stadträte waren durch alle Fraktionen voll des Lobes für das Konzept.