Meinung Kommentar: Stadt muss Hochwassergeschädigte aufklären

Lokalredakteurin Carolin Stüwe.
Lokalredakteurin Carolin Stüwe. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Carolin Stüwe 04.07.2018
Carolin Stüwe sieht die Stadt in der Pflicht, die Hochwassergeschädigten über die Aussicht auf Lösungen zu informieren.

Es dauert, bis für das gesamte Ulmer Stadtgebiet ein Starkregenkonzept erstellt ist. Denn dazu werden aufwendig die Niederschlagsabflüsse aus dem Außenbereich und dem Siedlungsgebiet berechnet und hochwassergefährdete Bereiche dokumentiert. Es hat – zumindest in Einsingen – gedauert, bis ein Ingenieurbüro gefunden wurde, das noch Kapazitäten frei hatte. Denn seit die Starkregenereignisse überall zunehmen, sind manche Planer zwei Jahre im Voraus ausgebucht. Und es wird dauern, bis die Stadt für den Ortsteil Einsingen konkrete Lösungsvorschläge ausgearbeitet hat. Hinzu kommen eventuelle Grundstücksverhandlungen, um jeweils an der richtigen Stelle Rückhaltebecken bauen zu können. Dieser insgesamt langwierige Prozess ist nachvollziehbar.

Er ist aber kein Grund, die Hochwassergeschädigten, die bei jedem Gewitter Herzklopfen bekommen, dass sich die Katastrophe wiederholt, zwei Jahre lang im Ungewissen zu lassen. Die Stadt sollte die Bürger umgehend informieren, was gerade läuft in Sachen Hochwasserschutzkonzept. Es kann nicht sein, dass der Oberbürgermeister auf eine Bürgeranfrage konkret nur die 750 Stunden der EBU-Mitarbeiter auflistet, in denen sie die Ufer des Rötelbachs von Hand gemäht haben.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel