Der SSV Ulm 1846 Fußball bleibt in der Regionalliga Südwest seinem Ruf als Unentschieden-Spezialist treu. Zum elften Mal in dieser Saison gab es in einem Spatzen-Spiel keinen Sieger. Das 1:1 (1:1) in einer munteren Partie gegen den Tabellenvierten SC Freiburg II war zwar aller Ehren wert. Doch es wäre mehr drin gewesen für die auf Rang 13 verbleibenden Ulmer, die angesichts der Resultate anderer abstiegsgefährdeter Teams weiterhin bedroht sind.

Begonnen hatte das Spiel vor 1143 Zuschauern im Donaustadion ganz nach den Vorstellungen der Gastgeber. In der zehnten Minute schoss Marcel Schmidts mit seinem ersten Regionalliga-Tor den SSV 46 in Führung. David Braig hatte den Ball auf den ehemaligen Göppinger zurückgelegt, der mit einem Flachschuss neben den linken Pfosten Freiburgs Torhüter Marvin Geng keine Chance ließ und zur 1:0-Führung (10.) traf. Es war das erste Gegentor nach 517 Minuten für die Badener.

Trainer Tobias Flitsch hatte sein Team mit einer betont defensiven Aufstellung in das Match geschickt. Mit Luigi Campagna, Johannes Reichert und Volkan Celiktas waren gleich drei defensive Mittelfeldspieler aufgeboten worden. Mit Steffen Kienle, Ardian Morina und Thomas Rathgeber saßen drei Offensivkräfte zunächst auf der Bank und wurden erst im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt.

Die Freude im Spatzen-Lager währte freilich nicht lange. In der 24. Minute kam der Freiburger Bundesliga-Nachwuchs zum Ausgleichstreffer. Aus Ulmer Sicht war es ein billiges Tor: erste Ecke für den SC, Kopfball des 19-jährigen Luka Herrmann, 1:1.

Das Gegentor zeigte Wirkung. Die Freiburger waren in der Folge spielerisch überlegen, zeigten die besseren Kombinationen. Mitte der zweiten Halbzeit verdichtete sich das typische Kombinationsspiel des SC zu Ballstafetten im Mittelfeld, bei denen die Ulmer minutenlang nur Zuseher waren und kaum zu Ballkontakten kamen. Doch der häufige Freiburger Ballbesitz tat den Gastgebern nicht weh, das Spielgerät zirkelte fast nur im Mittelfeld und kaum einmal vor dem Ulmer Tor.

Ganz anders die kämpferisch und läuferisch stärkeren Gastgeber. Die agierten zielstrebiger als der SC und hatten im zweiten Durchgang vier sehr gute Möglichkeiten, die Begegnung zu ihren Gunsten zu entscheiden. Steffen Kienle traf zwei Minuten nach seiner Einwechslung frei vor dem gegnerischen Tor mehr den Rasen als den Ball (47.). Ein Kopfball von Johannes Reichert nach einer Ecke flog nur knapp neben das Tor (73.) Fünf Minuten später hatte David Braig seinen Gegenspieler im Strafraum ausgespielt, doch sein Gewaltschuss ging aus kurzer Distanz drüber. In der Nachspielzeit hätten zwei Einwechselspieler doch noch für das Happy-End sorgen können. Ardian Morina schickte Thomas Rathgeber steil, doch der scheiterte am Freiburger Torhüter. So trauerten die Ulmer mehr zwei verpassten Punkten hinterher, als sich über das 1:1 zu freuen. Gerold Knehr

So spielten sie:

SSV Ulm 1846 Fußball – SC Freiburg II 1:1 (1:1)

Ulm: Betz – Schmidts, Krebs, Schindele, Kammerbauer – Campagna, Reichert, Celiktas (46. Kienle) - Bagceci (73. Morina), Sauter (80. Rathgeber) – Braig.

Tore: 1:0 Schmidts (10.), 1:1 Herrmann (24.). – Gelbe Karten: Bagceci, Braig – Busam, Torres, Schlotterbeck, Rodewald. – Schiedsrichter: Seyler (Merzig). – Zuschauer: 1143.