SSV Ulm 1846 Fussball DFB Pokal: Spatzen entschuldigen sich bei den Fans

Der SSV Ulm 1846 Fußball hat sich bei den Fans für die teilweise chaotischen Zustände beim DFB-Pokal-Spiel entschuldigt.
Der SSV Ulm 1846 Fußball hat sich bei den Fans für die teilweise chaotischen Zustände beim DFB-Pokal-Spiel entschuldigt. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Hans-Uli Mayer 21.08.2018
Wegen Überfüllung geschlossen: Dutzende Fans konnten am Samstag das Pokalspiel nicht sehen. Der Verein entschuldigt sich.

Maximilian Küchle (28) hatte mit seinem Kumpel Karten für das Pokalspiel Ulm gegen Frankfurt. Stehplatz, Block I, gleich links der Haupttribüne. Die komplette erste Halbzeit des sensationellen Sieges der Spatzen aber haben die beiden Freunde aber im Schatten der Bäume verbracht und nichts vom Spiel gesehen. „Es war die Hölle“, sagt Küchle, „die Besucher stauten sich schon die Treppen hoch. Es gab kein Vorkommen in den Block.“

„Wenigstens sind vor der Pause keine Tore gefallen“

Erst in der Pause drängten sich die beiden zu ihrem Stehplatz, um wenigstens die zweite Halbzeit zu sehen. „Das war schon ärgerlich. Aber wenigstens sind in der ersten Hälfte keine Toren gefallen und der SSV hat gewonnen.“ Ähnlich war es auch Matthias Schidel und Tobias Müller im Block E ergangen, die die erste Stunde in der Schlange vor dem Bierstand verbracht haben und den Rest des Spiels dann mit der Aussicht auf das leere SSV-Freibad.

Nicht ganz so auf die leichte Schulter genommen hat das Meike Plettenberg, die am Samstag noch während des Spiels eine Beschwerde-Mail an den Fußballverein geschickt hat. Die 33-Jährige hatte sich im Vorfeld sogar eines der limitierten Trikots gekauft und wollte mit zwei Freunden zum Fußball. Doch der Block D  war voll. „Wir haben uns bemüht, waren mindestens 20 Minuten vor Anpfiff vor Ort und hatten dennoch keine Chance in den Block zu kommen.“

Ordnerdienst überfordert

„Bei den Ordnern haben sich viele beschwert, denen es ähnlich ging, letztlich geholfen haben sie uns aber nicht“, sagt Plettenberg. 20 Minuten nach dem Anpfiff sind die drei schließlich gegangen, und haben das Spiel zu Hause vor dem Fernsehgerät verfolgt. „Ich habe mir überlegt, in dieser Saison öfter ins Stadion zu gehen. Aber das muss ich mir noch mal genau überlegen“, sagt sie.

Der Pressesprecher des Fußballvereins räumte gestern ein, einige Telefonanrufe und Mails gleichen Inhalts bekommen zu haben. „Wir haben keine einzige Karte mehr verkauft, als wir vom DFB zugestanden bekommen haben“, sagt Max Rieck, der dennoch einräumt, dass nicht alles optimal gelaufen ist. Noch sei der Verein dabei, eine genaue Analyse zu erstellen. Derzeit sehe es so aus, als hätten es die Ordner nicht geschafft, die Zuschauer auf den Stehrängen ganz nach unten durch rücken zu lassen, weshalb es oben am Eingang zu den Rückstaus gekommen sei.

„Das tut uns natürlich leid für die Fans und ärgert uns selber am meisten“, sagt Rieck. Schließlich habe der Verein nicht immer so viele Fans im Stadion. Ob es eine Wiedergutmachung gibt, ist noch offen. Rieck: „Wir überlegen das. Aber es ist schwierig.“

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