Ulm SSV-1846-Sportfest mit Athleten von heute und gestern

Ulm / JAKOB RESCH 27.06.2013
Sport, Spiel, Vergnügen: Zum zweiten Male stellt sich der SSV Ulm 1846 jetzt mit einem Tag des Sports der Öffentlichkeit vor. Neben der Präsentation des Vereinsangebots gibt es einen Blick in die Geschichte.

1846 ist natürlich ein Pfund. Mit diesem Gründungsjahr eines seiner Vorgängervereine gehört der SSV Ulm 1846 zu den ältesten Sportvereinen Deutschlands. Klar, dass seither auch ein paar Spitzensportler heraussprangen. Willy Götz, Vereinspräsident 2013, hat jetzt welche aufgetan, um dem Tag des Sports beim SSV 46 am kommenden Samstag eine besondere Note zu geben. Sie sind nicht ganz so alt, natürlich, aber für Ulmer Sportfreunde unvergessen: Horst Rascher und Horst Löffler. "Kommen Sie doch!", bat Götz, und die beiden antworteten: "Wir kommen gerne."

So hat der Präsident am Samstagvormittag nun die Ehre, den erfolgreichen Boxer und den erfolgreichen Schwimmer über das Vereinsgelände zu führen, das zu deren Zeit noch ein bisschen anders aussah. Danach nehmen dann die aktiven Athleten die Anlagen in Beschlag, um den Besuchern unter dem Titel "Sport, Spiel, Vergnügen", kurz SSV, zu zeigen, was der Großverein heute so drauf hat. Doch erst noch mal ein Blick zurück oder wie Götz sagt: "Wenn man mit der Geschichte gut umgeht, geht es gut in die Zukunft."

Horst Rascher wohnt heute in Villingen-Schwenningen. Er boxte einst für den 1. SSV Ulm im Bantamgewicht, wurde 1959 Europameister, 1967 Vizeeuropameister und bei den Olympischen Spielen 1960 und 1968 jeweils Fünfter. Rascher, heute 73, hat in Ulm damals in der Jahnhalle geboxt, wohin er jetzt am Samstag aber nur mehr zum Essen eingeladen wird.

Horst Löffler kommt unterdessen aus Albstadt rüber. Er schwamm für den 1. SSV Ulm und holte bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio die Silbermedaille in der 4x100 Meter-Freistil-Staffel, übrigens in einem gesamtdeutschen Team aus ost- und westdeutschen Sportlern. Löffler, heute 71, dürfte das Freibad wiedererkennen, die Schwimmhalle aber gab es für seine Laufbahn noch nicht, das Hallenbad wurde erst vor 40 Jahren gebaut.

Rascher und Löffler werden zur Eröffnung des Tags des Sports am Samstag auf der Bühne offiziell begrüßt. Götz: "Die beiden sind Aushängeschilder des Vereins."

Danach wird der Schaukasten für das heutige Vereinsangebot im Spitzen- und Breitensport aufgemacht. 100 Aktive treten auf der Showbühne auf, es gibt jede Menge Mitmach-Angebote rund um das Hans-Lorenser-Sportzentrum. Hans Lorenser war übrigens Erster Ulmer Bürgermeister, als Rascher und Löffler aktiv waren, 1972 wurde er Oberbürgermeister.

Das Konzept des Sportfestes ist nach der Premiere 2012 kaum geändert worden, die Resonanz war gut, sagt Mitorganisator Daniel Keim: "Endlich wird gezeigt, was der Verein alles macht." Drumrum finden 2013 jetzt gleich mehrere Turniere statt, der Spätzles-Cup für junge Schwimmer, das Sommersonnenwendturnier der Hockey-Abteilung und ein Faustball-Jedermann-Turnier auf der Gänswiese. Im Freibad ist ein Pflichtspiel der Wasserballer.

Alle Abteilungen sind mit im Boot - fast alle. Die Leichtathleten sind entschuldigt, sie stehen mittendrin in der Organisation der Deutschen Meisterschaften im Donaustadion eine Woche später. Und die Bahnengolfer? "Sie liegen einfach etwas abseits", sagt Götz, hinten in der Friedrichsau. Die Radsportler wollen noch mit aufsteigen, nachdem ein Rennen ausgefallen ist.

Im Ganzen hat die Veranstaltung das Ziel, über kurz oder lang wieder die 10 000 Mitglieder-Marke zu knacken, wobei die Abteilungen derzeit auch unterm Jahr Furore machen. Das zeigen die Ergebnisse der Fechter, der Sport-Aerobic-Mädchen, der Triathleten, der Volleyballerinnen und anderer. Apropos Erfolge: Auch die Sportarten Raschers und Löfflers sind weiter fest im Blick. Box-Schaukämpfe sind am Samstag von 16.45 Uhr an zu sehen, ein Vorschwimmen für Kinder und Jugendliche, die Interesse am Schwimmsport haben, läuft von 14.30 Uhr an.

Das Programm: Poolparty, Vorführungen, Mitmachangebote, Turniere