Sportförderung SSV 1846 plant Sanierung für zehn Millionen

Optimistische SSV-Chefs in den schwarz-weißen Vereinsfarben (von links): Geschäftsführer Thomas Hofer, Sportvorstand Ortwin Veile, Präsident Willy Götz und Finanzvorstand Norbert Plogmann.
Optimistische SSV-Chefs in den schwarz-weißen Vereinsfarben (von links): Geschäftsführer Thomas Hofer, Sportvorstand Ortwin Veile, Präsident Willy Götz und Finanzvorstand Norbert Plogmann. © Foto: Harald John
Ulm / Harald John 13.12.2017
Der Großverein sieht sich für eine Sanierung der Jahn-Halle in der Friedrichsau für 10,2 Millionen bestens aufgestellt. Aber noch gibt es eine Finanzierungslücke.

Für besondere Gelegenheiten tragen die Verantwortlichen des SSV Ulm 1846 ihre schwarz-weißen Vereinsfarben. Und der Anlass ist wichtig: Seit Jahren des Defizits schreibt der Großverein wieder schwarze Zahlen. „Wir  entwickeln uns prächtig“, zieht Präsident Willy Götz ein positives Resümee. Dazu gehört auch, dass sich die Zahl der Mitglieder mit exakt 9754 Mitgliedern, verteilt auf 22 Sportarten, auf einem Allzeithoch befindet, wie Sportvorstand Ortwin Veile vorrechnet.

Soviel Erfolg macht selbstbewusst. „Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Präsident Götz über die Pläne des Vereins. Schon im Frühjahr soll der Neubau der Sportumkleiden auf der Gänswiese begonnen werden. Der Gemeinderat hat dem gemeinsamen Projekt von SSV 1846 und SSV 1846 Fußball bereits zugestimmt. Für drei Millionen Euro entstehen dort, wo jetzt noch das marode Umkleidegebäude steht, ein Neubau mit Sammel- und Schiedsrichterumkleiden, Materiallager, Schulungsräumen, WC-Anlage für das Freibad und einer Schuhwaschanlage. Im 1. Obergeschoss soll es Geschäftsstellen- und Besprechungsräume mit Teeküche, Büros für Trainer und Spielbeobachtung, Physiotherapiebereich sowie eine Hausaufgabenbetreuung.

Dreifeldhalle für zehn Millionen

Doch die mittelfristigen Pläne des Vorstandsteams um Götz, Veile und Sportvorstand Norbert Plogmann sind deutlich ambitionierter. Für mehr als zehn Millionen Euro soll die in die Jahre gekommene Jahnhalle in der Friedrichsau in eine moderne Dreifeldhalle verwandelt werden. Die Rechnung sieht aktuell so aus: 4,1 Millionen Euro müsste der Verein selbst aufbringen, dazu 2,8 Millionen über ein städtisches Darlehen besorgen. 3,3 Millionen Euro würden nach den aktuellen Sportförderrichtlinien von der Stadt und dem Landessportbund WLSB zugeschossen werden.

„Das ist ein Eigenanteil von 69 Prozent“, hat Finanzvorstand Plogmann ausgerechnet. Realistisch sei für den Verein eine Quote von 20 bis 30 Prozent, ergänzt Präsident Götz. Deshalb sollen im neuen Jahr Gespräche im Gemeinderat stattfinden, wie das Großprojekt gestemmt werden kann. „Schließlich wollen wir nicht, dass der Verein finanziell am Ende in die Knie geht“, sagt Gerhard Semler, bei der Stadt zuständig für Sport. Andererseits dürfe auch nicht der Steuerzahler ins Risiko gehen, deshalb müsse sorgfältig geprüft werden. Aber, so Semler, natürlich unterstütze man den Verein tatkräftig beim Neubau der Jahnhalle. „Die Stadt will, dass sich da was zum Positiven wandelt.“ In einem Zukunftsworkshop hat der SSV 1846 mittlerweile ein detailliertes Leitbild vorgelegt. Wichtig sei, so Sportvorstand Veile, dass nicht nur Breiten- und Gesundheitssport, sondern auch Spitzensport seinen Platz im Verein habe. „Hier trainiert ein Olympiateilnehmer an der Wurfanlage, daneben springen Leichtathletik-Nachwuchstalente in die Sandgrube“, so heißt es im Leitbild. Und weiter: „Im HaLo üben die Aerobic-Mädels ihre Choreographie für die Weltmeisterschaft, vor dem Übungsraum macht sich der Breitensportler auf dem Rudergerät warm.“

Um dieses Drei-Säulenmodell auszubauen und zukunftssicher zu machen, seien Investitionen in die Infrastruktur wichtig, wirbt Götz. Schließlich sei der SSV Ulm 1846 ein Verein für die ganze Stadt – und das 10.000. Mitglied bald an Bord.

Der Schwimm- und Sportverein Ulm 1846 e.V.

Fitness 9754 Mitglieder hat der SSV Stand heute. 2150 Mitglieder halten sich allein im Hans-Lorenser-Fitnesszentrum (kurz: HaLo) am Donauufer fit. Hier werden 51 verschiedene Sport-, Gesundheits- und Fitnesskurse angeboten, weitere 78 Kurste mit rund 1650 Teilnehmern laufen im Hauptverein. Es gibt pro Woche 750 organisierte Trainingsstunden.

Schwimmen Eine der zentralen Bereiche ist das Schwimmen, das auch im Vereinsnamen auftaucht. Mehr als 50 000 Menschen kommen Jahr für Jahr in das SSV-Hallenbad und das Freibad in der Friedrichsau. Neueste Sportart ist Cricket, auf der Gänswiese üben Inder, Pakistani und Afghanen.

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