TSG Söflingen Sportopia wird nun ein Kubus

Quadratisch, praktisch und günstiger ist die neue Variante von Sportopia. Links sieht man die Lander-Halle.
Quadratisch, praktisch und günstiger ist die neue Variante von Sportopia. Links sieht man die Lander-Halle. © Foto: Visualisierung: Architekt Thomas Schulz
Ulm / Carolin Stüwe 18.10.2018
Die TSG Söflingen hält an ihrer Philosophie eines Sportzentrums für alle Generationen fest.

Ende Oktober ist noch eine Besprechung zwischen Architekt Thomas Schulz von der Ulmer Architekturwerkstatt Generalplaner, den Verantwortlichen der TSG Söflingen und dem städtischen Bauamt. „Aber dann muss endlich ein Knopf dran an unser Sportopia-Projekt, im Frühjahr wird der Spatenstich gefeiert“, sagt ein ungeduldiger Walter Feucht, Vorsitzender der TSG Söflingen. Jetzt werde schon im achten Jahr geplant und überlegt, und endlich habe man einen Konsens gefunden, wonach das Mehrgenerationen-Sportzentrum „Sportopia“ um 1,5 Millionen Euro günstiger gebaut werden kann.

Auf dem Sportgelände an der Harthauser Straße wird zwischen die bestehende Theodor-Pfizer- und die Lander-Halle kein futuristischer Bau errichtet – Spötter sprachen von Raumschiff –, sondern ein dreigeschossiger Kubus. „Ein wenig in der HfG-Tradition“, tröstet sich Feucht.

Das Gebäude wird barrierefrei

Die Kosten wurden weitgehend dadurch eingespart, dass nun nicht mehr ein Teil des Gebäudes ein Stück weit in den Boden hineingebaut wird. Als statische Stütze dienen im Erdgeschoss Gymnastikräume und darüber folgt die Multifunktions­halle, in die ein Basketballfeld (17 mal 34 Meter) integriert wird. Weiter braucht die TSG in dem Neubau einen Check-in, ein Foyer, einen Übungsleiterraum, sieben Umkleide- sowie Nebenräume. Selbstverständlich ist ein Aufzug, damit alles barrierefrei erreicht werden kann.

TSG-Geschäftsführer Jochen Schmitt hat ebenfalls genug von der jahrelangen Planerei. „Wir drehen uns jetzt im Kreis.“ Die Kosten stünden weitgehend fest. Da bei der Finanzierung noch nicht endgültig klar ist, was als zuwendungsfähig anerkannt wird, geht Schmitt „im besten Fall“ von folgender Zuschussgrundlage aus: 7,58 Millionen Euro Gesamtkosten, etwas mehr als 2 Millionen Euro beträgt der Eigenanteil des Vereins, bei nicht ganz 5,1 Millionen liegt der Zuschuss der Stadt Ulm, und der Württembergische Landessportbund (WLSB) gibt voraussichtlich 450.000 Euro.

Jede Woche 110 Kurse

„Die Finanzierung ist gesichert“, betont Feucht. Überhaupt sei die TSG der einzige Verein in Ulm, „der die wirtschaftliche Potenz hat“. Auf dem TSG-Gelände seien bislang 14 Millionen Euro verbaut worden „und wir sind schuldenfrei“. Derzeit gehören der Turn- und Sportgemeinde rund 6000 Mitglieder plus 1500 Sporttreibende an, die das Angebot nutzen wie Hallen, Plätze und Fitnessstudio. Pro Woche finden 110 Kurse statt, ergänzt Schmitt sichtlich stolz.

Wie berichtet, hatte der Gemeinderat das teure futuristische Bauwerk abgelehnt. „Uns fehlte eine Stimme“, ärgert sich Feucht noch ein bisschen. Aber das „Raumschiff“ oberirdisch und dadurch ebenfalls kostengünstiger zu bauen, hätte statisch nicht funktioniert. Dennoch werde die bisherige Philosophie bestehen bleiben, ein sportsoziales Zentrum zu schaffen für mehrere Generationen und alle Einkommensschichten.

Ein Mix aus Sport, Kultur und Bildung

Denn „Sportopia“ wird nicht nur aus einer Sporthalle und Gymnastikräumen bestehen, sondern auch aus Nebenräumen, in denen Workshops und Vorträge zur Ernährung und Gesundheit stattfinden sollen. Feucht: „Sport ist dann nicht mehr nur Schwitzen, Duschen und Heimgehen, sondern die ganze Familie geht am Wochenende hin und verbringt wieder Zeit miteinander.“ So ein Mix aus Sport, Kultur und Bildung sei einzig in Deutschland.

Und dann ist das TSG-Gelände ausgereizt? Feucht und Schmitt grinsen. Ach, da gebe es schon noch Ideen, den stark nachgefragten Sportkindergarten und die Kindersportschule auszubauen, aber das sei noch nicht spruchreif. Feucht sagt nur so viel in Anbetracht des nahen, geplanten Wohngebiets „Kohlplatte“ für 3000 Menschen: Wenn Sportopia Mitte 2020 fertig gebaut ist, „sind wir schon wieder zu klein“.

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7,58 Millionen Euro Gesamtkosten

2,03 Millionen Euro Eigenanteil der TSG Söflingen

5,09 Millionen Euro Zuschuss der Stadt

0,45 Millionen Euro Zuschuss des Württembergischen Landessportbunds.

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