Medizin Benefiz-Regatta: Sport als dickes Plus in der Krebstherapie

Die Teilnehmer von „Rudern gegen Krebs“ trainieren beim URCD auch mal im Kraftraum, wenn es draußen auf der Donau nicht möglich ist. Im Hintergrund ist Stephanie Otto zu sehen.
Die Teilnehmer von „Rudern gegen Krebs“ trainieren beim URCD auch mal im Kraftraum, wenn es draußen auf der Donau nicht möglich ist. Im Hintergrund ist Stephanie Otto zu sehen. © Foto: Uniklinik Ulm
Verena Schühly 09.05.2017
Die Ulmer Sportmedizin und der Ruderclub Donau rüsten sich für die vierte Benefiz-Regatta. 105 Teams haben sich für 25. Juni angemeldet und trainieren schon.

Es gibt kein  Medikament, das gleichzeitig auf so vielen Ebenen wirkt wie Sport.“ Sagt Stephanie Otto, Diplom-Sportwissenschaftlerin an der Sport- und Rehabilitationsmedizin der Uniklinik. Weil das insbesondere für Krebspatienten gilt, gibt es in Ulm für Erwachsene, Jugendliche und Kinder diverse ambulante und stationäre Sporttherapien. Eine ist das Projekt Rudern gegen Krebs, für das die Sportmedizin und der Ulmer Ruderclub URCD seit 2013 zusammenarbeiten.

Rund 30 Krebspatienten nutzen „mit großem Spaß“, wie Otto versichert, die wöchentlichen Trainingseinheiten. Und nicht nur das: Es wird am Sonntag, 25. Juni, in Ulm die vierte Benefiz-Regatta „Rudern gegen Krebs“ auf der Donau geben.  Angemeldet sind dazu 105 Teams: 4 sind Teilnehmer des Programms, die anderen 101 sind Unterstützer. „Firmen, Gesundheitseinrichtungen und andere Gruppen steigen für den guten Zweck gemeinsam ins Boot“, berichtet Otto weiter.

Denn der Erlös der Regatta aus Startgebühren, Spenden und Sponsoring fließt in den Topf „Sport und Krebs“ der Uniklinik. Damit werden unter anderem Sporttherapeuten finanziert, die individualisierte Angebote machen. Außer Rudern sind dies Herz-Kreislauf-Training oder Kräftigungsübungen für Menschen mit besonderen Einschränkungen und Beschwerden.

„Das breite Engagement steht auch dafür, dass die moderne Krebsbehandlung eine Teamleistung ist“, weist die Sportwissenschaftlerin auf einen weiteren Aspekt hin. Inzwischen gibt es  etliche Studien, die den „Wert von Sport und körperlicher Aktivität in der Krebstherapie belegen“, sagt Prof. Jürgen Steinacker, Leiter der Ulmer Sport- und Reha-Medizin. Und zwar nicht erst nach abgeschlossener Behandlung, sondern bereits während der medizinischen Therapie oder vor Operationen oder Transplantationen ist Sporttherapie sinnvoll, um die Betroffenen gut auf die bevorstehenden Belastungen vorzubereiten.

Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass Sport auch unter laufender Therapie und  selbst bei fortgeschrittener Erkrankung möglich ist. Auf diese Weise lässt sich bei vielen Patienten eine Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit und des persönlichen Wohlbefindens erreichen.

Steinacker selbst rudert am 25. Juni mit einem Team seiner Abteilung bei der Regatta mit. Ein großes Dankeschön spricht der Sportmediziner schon vorab dem Organisationsteam des Wettbewerbs vom URCD aus: Der Verein, der am Vortag seinen Donaucup ausrichtet, stellt für „Rudern gegen Krebs“ nicht nur ein Team von über 100 freiwilligen Helfern. Sondern auch etliche erfahrene Ruderer, die im Lauf der kommenden Wochen mit den meist unerfahrenen Teilnehmer-Teams trainieren. Wobei der Sportmediziner versichert: „Der Spaß an der Sache steht immer im Vordergrund.“

Weitere Sponsoren gesucht

Benefiz-Regatta Für die Regatta „Rudern gegen Krebs“ sind 105 Teams gemeldet. Das Training für die Teilnehmer ohne Rudererfahrung mit jeweils vier Einheiten hat bereits begonnen. Beteiligen können sich noch Sponsoren. Ansprechpartnerin ist Stephanie Otto, Tel. (0731) 50 04 53 16 oder per Mail: stephanie.otto@uniklinik-ulm.de. „Rudern gegen Krebs“ gibt es an 23 Orten in Deutschland, getragen von der Stiftung Leben mit Krebs.