Freizeit Spielplatz vom Feinsten in der Friedrichsau

Wer ordentlich Geld ausgibt, kann auch ordentlich feiern, wie bei der Spielplatzeröffnung zu sehen war: Die Kommunalpolitik hüpft parteiübergreifend auf dem Trampolin. Von links Baubürgermeister Tim von Winning, Helga Malischewski (FWG), Barbara Münch, Bertram Holz (beide CDU), Doris Schiele (Grüne), Georgios Giannopoulos (SPD), Reinhard Kuntz und Gisela Kochs (beide FWG).
Wer ordentlich Geld ausgibt, kann auch ordentlich feiern, wie bei der Spielplatzeröffnung zu sehen war: Die Kommunalpolitik hüpft parteiübergreifend auf dem Trampolin. Von links Baubürgermeister Tim von Winning, Helga Malischewski (FWG), Barbara Münch, Bertram Holz (beide CDU), Doris Schiele (Grüne), Georgios Giannopoulos (SPD), Reinhard Kuntz und Gisela Kochs (beide FWG). © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Christoph Mayer 18.05.2018
Nach zwei Jahren Planungs- und Bauzeit ist die neugestaltete Anlage eröffnet worden. Kinder haben sie mitkonzipiert.

Eine Freizeitanlage der Superlative – das ist der gestern mit einem Festakt eröffnete neue Spielplatz in der Friedrichsau zweifellos. Nicht nur in Punkto Größe (siehe Infokasten), sondern auch in Bezug auf die Kosten.

Gut 770 000 Euro hat sich die Stadt das Projekt kosten lassen. „Das ist mehr als das Vierfache dessen, was wir sonst in einen Spielplatz stecken“, sagte Bürgermeister Tim von Winning, und nannte sodann die Gründe dafür. Die rundum erneuerte Anlage – an gleicher Stelle gab es schon vorher einen Spielplatz – sei eben nicht nur ein Angebot fürs Quartier, sondern eines für die Gesamtstadt und diene zudem der Aufwertung des Naherholungsgebiets Friedrichsau.

Auch die anvisierte Zielgruppe ist breiter als sonst gefasst: kleine Kinder, mittlere Kinder und Jugendliche, für die es beispielsweise eine Parcours-Anlage und eine „Strandmuschel“ mit Blick auf den Ausee gibt. Auf dieser dieser großen hölzernen Couch dürfen Teenager lümmeln und ausdrücklich auch „kuscheln“, wie Christian Giers, Abteilungsleiter Grünflächen und damit Chef aller Ulmer Spielplätze, sagt.

Zaun schützt vor Bibern

Ausschließlich an jüngere Nutzer richtet sich die klassische Palette an Spielgeräten, die allerdings nicht von der  Stange, sondern individuell und durchweg aus Robinienholz angefertigt  sind. Neben einem großen Piratenschiff  gibt es  etwa eine ebenfalls zum Draufherumklettern animierende „Biberburg“ sowie mehrere an Biber erinnernde Wippfiguren.

Letzteres spielt auf die Tatsache an, dass unmittelbar neben dem Spielplatz am Ausee echte Biberfamilien leben. Die Nager hatten den alten Spielplatz förmlich untergraben – was in Zukunft nicht mehr passieren soll. Dafür sorgt ein metallener Nagerschutz  im Erdreich hinter dem Spielplatzgelände.

Die thematische Ausrichtung auf den Biber hatten sich Kinder neben anderem explizit gewünscht, erzählt Giers. In drei Workshops waren ihre Ideen in die Planungen eingeflossen – und wurden größtenteils beherzigt. „Mir  war eine Trampolinanlage wichtig“, sagt etwa Ali Korkmaz, Schüler der neunten Klasse an der Ulrich-von-Ensingen-Gemeinschaftsschule. Seine Mitschülerin Larissa Begcevic dagegen vermisst auf dem Terrain noch Basketballkörbe. Die gibt es allerdings bereits andernorts in der Friedrichsau.

Im Lauf der rund zweijährigen Planungs- und Umbauphase war der zunächst mit 700 000 Euro kalkulierte Spielplatz  sukzessive teurer geworden. Die Verwaltung hatte dem Gemeinderat daraufhin auch eine günstigere Variante für nur 600 000 Euro zur  Abstimmung vorgelegt. Was die Mehrheit des Gremiums dann aber abgelehnt hatte, Motto: Wenn schon bauen, dann richtig. „Ihr müsst jetzt  schon ganz schön viel spielen, um die Kosten wieder reinzuholen“, sagte von Winning bei der Eröffnung scherzhaft an die Kinder der benachbarten Kindertagesstätten gerichtet. Um dann die Frage nachzuschieben: „Ist es so geworden, wie ihr es Euch gewünscht habt?“ Die Antwort: ein vielstimmiges Ja.

Piratenschiff, Trampolin und Strandmuschel

3000 Quadratmeter Fläche hat der neue Spielplatz in der Friedrichsau – und ist damit der mit Abstand größte in Ulm.

60 Kinder und Jugendliche aus umliegenden Kindergärten und Schulen haben mit Fachplanern in mehreren Workshops Ideen entwickelt, wie der Platz gestaltet werden soll. Die meisten Vorschläge, wie etwa Trampolins, ein Piratenschiff oder eine Strandmuschel, wurden umgesetzt.

200 Spielplätze gibt es insgesamt im Ulmer Stadtgebiet.

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