Neu-Ulm Spiel(e)spaß in Neu-Ulm

Das ist keine Legende: Das Spielspektakel »Komm, spiel mit« für Jung und Alt findet bereits zum 29. Mal im Edwin-Scharff-Haus statt und war wieder gut besucht. Am Sonntag geht es weiter mit Brett-, Karten- und Gesellschaftsspielen.
Das ist keine Legende: Das Spielspektakel »Komm, spiel mit« für Jung und Alt findet bereits zum 29. Mal im Edwin-Scharff-Haus statt und war wieder gut besucht. Am Sonntag geht es weiter mit Brett-, Karten- und Gesellschaftsspielen. © Foto: Volkmar Könneke
Neu-Ulm / CAROLIN STÜWE 24.11.2013
Spielspektakel oder Spielespektakel? Beides passt, weil bei „Komm, spiel mit“ bis zu 1500 Gäste 2200 Spiele ausprobieren. Auch am Sonntag von 11 bis 18 Uhr.
An einem Tisch sitzen vier Spieler, das ist nichts Ungewöhnliches bei „Komm, spiel mit“ im Edwin-Scharff-Haus. Aber am Samstag, das Spielspektakel fand bereits zum 29. Mal statt, sah man etwas Merkwürdiges: Die vier hielten ihre Handkarten verkehrt herum, so dass sie jeweils nur die Karten der Mitspieler sehen konnten, nicht die eigenen. Die Erklärung: Durch gegenseitige Hinweise müssen es die Spieler gemeinsam schaffen, die Feuerwerkskarten in der richtigen Reihenfolge auszuspielen. Dieses kooperative „Hanabi“ ist Spiel des Jahres 2013.

Das trübe Wetter war ideal, um außerdem in die bunte Fantasiewelt der Ritter, Händler und Märchenfiguren abzutauchen oder um Türme („Jenga Tetris“) zu bauen. Kati (13) war mit ihren Geschwistern extra aus Kempten gekommen, „um Spiele zu spielen, die man daheim nicht hat“. Und ihre Freundin Louisa (14) aus Blaustein wollte Spiele ausprobieren, „bevor man sie kauft“.

Das können sie am Sonntag wieder tun, denn „Komm, spiel mit“ geht weiter von 11 bis 18 Uhr. Erwartet werden bis zu 1000 Teilnehmer. Veranstalter ist die Evangelische Jugend im Dekanatsbezirk Neu-Ulm mit rund 40 jugendlichen Betreuern. Erfunden hat das Angebot der Diakon sowie Spiel- und Kulturpädagoge Uli Geißler. Aber haben Brett- und Kartenspiele nicht inzwischen eine große Konkurrenz bekommen durch die vielen Computerspiele? „Das ist eher eine gegenseitige Befeuerung“, sagte Geißler. Erst lädt man sich die Siedler von Catan aufs Smart-Phone und dann merkt man, dass dies im Spielerkreis eigentlich mehr Spaß machen müsste.

Brettspiele hätten nach wie vor als Kulturgut Bestand in der Gesellschaft. Aber die Gesellschaft hat sich gewandelt. Heute verbringen geschiedene Väter, die alle 14 Tage ihre Kinder sehen dürfen, den „Papatag“ unter anderem auch bei „Komm, spiel mit“, erzählte Geißler. Bei Claudia Klecker aus Pfuhl hingegen gibt es noch die herkömmliche Familienkonstellation: Vor dem Schlafengehen dürfen die Kinder, zwei und fünf Jahre alt, mit den Eltern etwa „Bubi, das Gespenst“ suchen.

Ins Edwin-Scharff-Haus kommen aber auch ältere Spielbegeisterte wie der 46-jährige Martin Schick aus Ulm mit seinem Langenauer Kumpel Helmut Krieger. Sie bauten gestern Eisenbahnstrecken („Russian Railroads“) und stärkten sich für die imaginären Gleisbauarbeiten mit selbstgebackenen Rosinenschnecken. Noch ältere Gäste fragten nach den Klassikern wie Dominosteinen und Mikado. Oberbürgermeister Gerold Noerenberg eröffnete „Komm, spiel mit“ offiziell und gab ganz leise zu: Er spiele nach wie vor gerne „Mensch ärgere dich nicht“.
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