Ulm / cik

750 Unterschriften für einen sofortigen Abbruch des Verkehrsversuchs am Marktplatz und in der Herdbruckerstraße hat die CDU-Fraktion am Dienstag an Baubürgermeister Tim von Winning übergeben – verbunden mit der Forderung nach „baldmöglicher Erledigung“, wie es Stadtrat Siegfried Keppler formulierte. Sechs Wochen haben der CDU ausgereicht, um eine Erkenntnis zu gewinnen: Die Sperrung müsse umgehend wieder aufgehoben werden. Um die Anwohner in der Herdbruckerstraße zu entlasten, reiche es, die Durchfahrt nach der Schließung der Geschäfte zu unterbinden: „Tags rein, abends zu.“

An der Verkehrsberuhigung in der Herdbruckerstraße in Ulm scheiden sich die Geister. Anwohner jubeln, Händler klagen – und es ist Wahlkampf. Die CDU will den Test sofort beenden.

Dazu wird es vorerst nicht kommen. Aus mehreren Gründen, wie der Baubürgermeister ausführte. Zum einen schreibe die Gemeindeordnung Fristen vor. Haben die Stadträte einen Beschluss gefasst, in diesem Fall für den Verkehrsversuch, könne das selbe Thema erst wieder nach sechs Monaten im Gremium behandelt werden. Zum anderen sprächen inhaltliche Gründe gegen einen vorzeitigen Abbruch. Von Winning erinnerte daran, dass es erstens eine lange Unterschriftenliste für die Sperrung gegeben habe. Sie sei überhaupt erst der Anlass für den Versuch gewesen. Ihm hätten, zweitens, alle zugestimmt, auch die CDU. Drittens sei nach gerade mal sechs Wochen noch keine abschließende Beurteilung möglich.

Seit 26. Februar 2019 gilt in der Herdbruckerstraße probeweise eine neue Verkehrsführung. Doch am Tag eins macht die CDU schon wieder einen Rückzieher.

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