Münster Spenden-Paten für den Chorraum gesucht

Ulm / Verena Schühly 04.12.2018

„Seit das Münster steht, haben die Ulmer ihre Beiträge geleistet“, sagte Eduard Schleicher. Daher hofft der Vorsitzende des Münsterbauvereins auf den Erfolg des neuen Spenden-Paten-Projekts für die Erhaltung des Chorraums 2019: die Sanierung des Deckengewölbes und die Reinigung des Chorgestühls. Im September und Oktober hatten sich Putzstücke von der Decke gelöst und waren zu Boden gestürzt.

Der vordere und älteste Teil des Münsters ist seither gesperrt – und wird es mindestens ein Jahr lang bleiben. Wie Münsterbaumeister Michael Hilbert gestern bekannt gab, wird im Januar der Chorraum komplett eingerüstet. „Ich hoffe, dass wir in einem Jahr fertig werden“, sagte Hilbert. Die Kosten bezifferte er mit 250 000 bis 350 000 Euro.

Die Planung und Koordinierung der Arbeiten haben Hilbert die letzten Wochen auf Trab gehalten. Denn eigentlich ist das aktuelle Sanierungsprojekt der Hauptturm: An dessen mittelalterlichem Teil müssen über 4000  Steine ersetzt oder konserviert werden. Beginn war 2015, die Arbeiten dauern bis 2025 und kosten rund 25 Millionen Euro.

Doch am Münster kommt immer wieder Unvorhergesehenes dazwischen. Fachleute haben festgestellt, dass die Ursache für die Abplatzungen – aus heutiger Sicht unsachgemäße – Reparaturen von Kriegsschäden sind. 1948 wurde das durch einen Bombeneinschlag verursachte Loch im Deckengewölbe mit Beton und Kalkzementputz geschlossen, nicht mit Sandstein und Kalk. Das unterschiedliche  Material führte zu Rissen und Hohlräumen – und so stürzten die Teile in Folge des trockenen Sommers ab.

Das Chorraum-Paten-Projekt soll Geld für die außerplanmäßigen Arbeiten aufbringen. Der Münsterbauverein hat jetzt einen Flyer mit allen Informationen fertiggestellt, der ausliegt. Eine Patenschaft kostet 500 Euro; es sind aber auch kleinere Spenden willkommen. Michael Supritz vom Münsterbauverein betont, dass es „symbolische Patenschaften“ sind: „Messingschilder mit Namensnennung an den Sitzen des Chorgestühls gibt es nicht.“

Offene Bauhütte am zweiten Adventssonntag

Einblick „Hineingucken und -schnuppern ins Reich der Steinmetzen, Steinbildhauer und Restauratoren“ ist das Motto des Tags der offenen Münsterbauhütte am Sonntag, 9. Dezember. Von 13 bis 18 Uhr ist in den Werkstätten der Blick hinter die Kulissen ist möglich. Zudem gibt es Vorträge über den Einsatz von 3-D-Technik, Steinbearbeitung und -konservierung. Bewirtet werden die Besucher mit Bratwürsten und Kuchen.

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