Eine der bekanntesten Fotografien von Hans und Sophie Scholl aus der Zeit ihrer Widerstandsaktionen in München zeigt die Geschwister zusammen mit anderen Weiße-Rose-Mitgliedern an einem Zaun am Münchner Ostbahnhof, als Sophie die jungen Männer am 23. Juli 1942 verabschiedete. Die Medizinstudenten rückten in den Semesterferien zum Einsatz als Sanitäter im Rahmen des NS-Russlandfeldzuges in der Sowjetunion aus. Im Rahmen des Baus der neuen S-Bahn-Röhre wird dieser Zaun nun demontiert. Ein Stück davon sollte nach Ulm geholt und am Hans-und-Sophie-Scholl-Gymnasium zusammen mit einer Erinnerungsstele aufgestellt werden, schlägt die SPD-Fraktion vor.

„Es ist erwiesen, dass bauliche Relikte historische Erinnerungen eher wachhalten als 1000 Worte“, schreiben Dagmar Engels und Dorothee Kühne im Namen der Fraktion in ihrem Antrag. „Die Erinnerung an die Geschwister Scholl ist quasi Teil der Ulmer DNA und sollte gefördert werden – gerade auch in Zeiten populistischer Kampagnen, die die NS-Zeit vergessen machen wollen und gleichzeitig vergleichbare Verhältnisse für die Zukunft herbeiführen wollen.“

Auch die Jusos setzen sich für diese Initiative ein. „Als ehemalige Schülerin des Hans-und-Sophie-Scholl-Gymnasiums finde ich diese Forderung sehr gut, denn wir in Ulm können stolz darauf sein, dass diese zwei bekannten Mitglieder der NS-Widerstandsgruppe ,Weiße Rose’ einmal Bürgerin und Bürger der Stadt Ulm waren“, teilt die stellvertretende Juso-Vorsitzende Louisa Albrecht mit.