Für die SPD-Linke Hilde Mattheis war das sicher einer der schwersten Momente ihrer politischen Karriere. Sichtlich bewegt verkündete sie in München das Ende ihrer Kandidatur mit Dierk Hirschel. „Diese Partei kann nur mit einem klaren Ansatz überleben!“, erklärte sie. „Wir wollen ein einheitliches linkes Angebot, damit klar ist wo die Alternative ist.“ Mattheis und Hirschel haben eingesehen, dass sie den Wettbewerb nicht gewinnen können. Daraus haben sie ihre Konsequenzen gezogen: Für den Moment verabschieden sie sich von der großen politischen Bühne - verloren haben sie aber nicht.

Politische Inhalte sind wichtiger als persönliche Karriere

Denn gerade Hilde Mattheis, die als Linksaußen innerhalb der SPD gilt und sich mit ihrer konsequenten (manche sagen auch: sturen) Art nicht nur Freunde gemacht hat, stärkt damit schlussendlich ihren Punkt. Kein Mensch weiß, wie viele Stimmen das Duo Mattheis/Hirschel wirklich hinter sich versammelt hätte. Wahrscheinlich wären es aber nicht allzu viele gewesen. Dass sich diese nun auf die verbleibenden Teams aus dem linken Parteiflügel verteilen, stärkt diese Bewerber nicht nur. Es zeigt auch, dass die SPD Funktionäre hat, denen politische Inhalte wichtiger sind als ihre persönliche Karriere.

Eine gute Kandidatin

Sehr wahrscheinlich wäre Hilde Mattheis keine gute SPD-Vorsitzende geworden. Dafür steht sie zu sehr für einen Flügel, dafür fehlt ihr die Fähigkeit, politische Gegner zu versöhnen, dafür hat sie selbst auch einfach zu viele politische Gegner. Aber eines lässt sich jetzt sagen: Sie war eine gute Kandidatin.