Ulm / JAKOB RESCH  Uhr
Beim Bürgerdialog der SPD über die kommunale Sportpolitik ging es um eine ganz praktische Frage: Wie kommen Vereine und Schulen zusammen?

Zum Endspurt bat Wolfgang Beck, Leichtathletik-Trainer beim SSV Ulm 1846, sich doch bitte ein bisschen zusammenzureißen: "Wir müssen viel mehr kooperieren", rief er die Sportvereine allgemein auf, um den Schulen im Ganztagesbetrieb mit Angeboten entgegenzukommen. Wenn die Schulen Wünsche hätten, "dann organisieren wir das. Es geht um unsere Kinder. Es geht nicht immer nur ums Geld".

Damit setzte Beck am Montag ein pragmatisches Schlusswort unter den Bürgerdialog zur kommunalen Sportpolitik, zu dem die Ulmer SPD eingeladen hatte. Tatsächlich ging es im Kornhauskeller nicht etwa um visionäre Umwälzungen im Ulmer Sportleben, nein: Die Vereinsvertreter wollten - neben Erleichterungen im rechtlichen und wirtschaftlichen Vereinsbetrieb - einfach ganz praktische Fragen zur Organisation des Ganztagesschulbetriebs geklärt haben. Das Thema kam schon deswegen aufs Tapet, weil Sabine Wölfle zu Gast war, in der SPD-Landtagsfraktion für Sportfragen zuständig.

Sie hatte angesichts einer bewegungsarmen Gesellschaft mit übergewichtigen Kindern für die Rahmenvereinbarung mit dem Landessportbund geworben, nach der Sport der wichtigste Partner für außerschulische Angebote ist. "Das ist auch eine Chance, Kinder in die Vereine hineinzubekommen."

Die Fragen kamen prompt. Wann soll das stattfinden? Woher kommen die Übungsleiter? Wie wird honoriert? Wer befördert die Schüler? Gibt es genug Räume? Wölfle: "Das ist eine Frage, wie sie das kommunal ausgestalten." Für Gemeinderatskandidatin Dagmar Engels stellten sich am Ende zwei Fragen: Wie sehen Angebote aus? Und wo muss dafür im Sportstättenbau nachgelegt werden? Womöglich lässt sich da schon einiges über die Hallenbelegung regeln. Offen blieb, ob das alles auch der "Tod der Kindersportschulen" ist. Das befürchtet TSG-Geschäftsführer Jochen Schmitt.