Ulm SPD beklagt Mitgliederschwund

Der Vorstand der Ulmer SPD (von links): Andrea Schiele, Katja Hoffmann, Günter Stiffel, Martin Ansbacher, Vorsitzender Martin Rivoir, Ingo Bergmann, Therese Wimmer, Petra Bergmann, Hans-Georg Butz; krankheitshalber fehlten bei den Wahlen Ulrike Schanz und Holger Oellermann. Foto: Karin Reimold
Der Vorstand der Ulmer SPD (von links): Andrea Schiele, Katja Hoffmann, Günter Stiffel, Martin Ansbacher, Vorsitzender Martin Rivoir, Ingo Bergmann, Therese Wimmer, Petra Bergmann, Hans-Georg Butz; krankheitshalber fehlten bei den Wahlen Ulrike Schanz und Holger Oellermann. Foto: Karin Reimold
KARIN REIMOLD 25.02.2013
Hauptversammlung des Ulmer SPD-Kreisverbandes: Das hieß Vorstandswahlen, bei denen Martin Rivoir als Vorsitzender bestätigt wurde. Doch auch mit im Programm: die große Sorge um die Mitgliederzahlen.

2013 ist Wahljahr. Auch für den SPD-Kreisverband Ulm. 41 Genossinnen und Genossen waren im AWO-Gebäude, um über die Besetzung des Vorstands abzustimmen, der die Partei in den anstehenden Bundestags-Wahlkampf führt. Mit 39 Stimmen (eine Enthaltung, ein ungültiger Wahlzettel) wurde der bisherige Kreisvorsitzende Martin Rivoir in seinem Amt bestätigt. Der Landtagsabgeordnete und Stadtrat dankte für "das eindeutige Ergebnis". Auch seine beiden Stellvertreter Martin Ansbacher und Therese Wimmer stellten sich erfolgreich der Wiederwahl.

So locker die Atmosphäre auch war, in der Rivoir das politische Veranstaltungsjahr der Ulmer SPD schilderte, so besorgt blickt der Parteichef auf das dürftige Interesse. "Leider muss man sagen, dass unser munteres Veranstaltungsangebot von den Parteimitgliedern nicht so gut besucht wurde."

Ein beherrschendes Thema: die Mitgliederentwicklung, die der bei den Wahlen ebenfalls bestätigte Kassierer Günther Stiffel bedenklich findet: Die Ulmer SPD hatte 2011 noch 357 eingetragene Mitglieder, Ende vergangenen Jahres waren es nur noch 339. "Das sind 18 Mitglieder weniger, ein Schwund von fünf Prozent. So darf es nicht weitergehen." Rivoir relativierte und sprach von einer immer noch "ganz guten Basis". Einen Grund für den Mitgliederrückgang sieht er im gesellschaftlichen Wandel: "Als ich in den 80er Jahren in die SPD eingetreten bin, gab es kein Internet. Die Parteizugehörigkeit war auch eine gute Möglichkeit, Kontakte aufzubauen."

Für den Kommunalwahlkampf im Jahr 2014 rechnet Rivoir mit Kosten von 120 000 Euro. Marschroute für die kommenden Monate: mehr Mitglieder, mehr Mandate, dadurch mehr Einfluss und mehr Geld. So stand es zumindest zum Abschluss des Berichts des Kassiers. Vor allem mehr junge Leute müsse man in die Partei holen, meldete sich Norbert Rupsch vom Juso-Kreisvorstand zu Wort. Immerhin: Vier neue Mitglieder konnten auf der Hauptversammlung begrüßt werden.

Derweil richtete Rivoir den Blick noch weiter nach vorn: 2015 feiert die Ulmer SPD ihr 125-jähriges Bestehen. Mit Hilfe des Archivs der ehemaligen sozialdemokratischen Tageszeitung Donauwacht, wolle man bald damit beginnen, die Parteigeschichte zu dokumentieren. Zum Jubiläumsjahr soll es eine wissenschaftliche Arbeit geben.