Tarifkonflikt Spaziergang mit Kind und Trillerpfeife

„Wir bringen Bewegung in die Tarifverhandlungen“: Erzieherinnen und Kitakinder gestern bei ihrer Aktion.
„Wir bringen Bewegung in die Tarifverhandlungen“: Erzieherinnen und Kitakinder gestern bei ihrer Aktion. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Beate Rose 14.03.2018
Wenige Kitas beteiligen sich an einer Aktion städtischer Erzieherinnen. Lag es an der Kritik, die es im Vorfeld gab?

Ines Grimm, Erzieherin in der städtischen Kita Friedensstraße, läuft vorne weg, rechts und links führt sie Kinder an der Hand, die begeistert in die roten Trillerpfeifen von „Verdi“ pusten.

In Begleitung der ihnen anvertrauten Kinder sind Erzieherinnen der Kindertagesstätten Friedens-, Schaffner- und Eberhardtstraße gestern Vormittag bei einem „Stadtspaziergang“ mitgelaufen. Sie wollten so ihrer Forderung nach mehr Geld vor allem für Azubis Ausdruck verleihen. „Wir wollen Anreize für den Beruf schaffen“, sagte Susanne Bosch-Oswald von der Kita Schaffnerstraße.

Rund 100 Kinder und Erwachsene liefen um den Willy-Brandt-Platz unter dem Motto „wir bringen Bewegung in die Tarifverhandlungen“. Ebenfalls waren in Wiblingen Erzieherinnen und Kinder am Tannenplatz unterwegs. Die Idee zur Aktion stammte von Erzieherinnen und hatte im Vorfeld für Unruhe gesorgt. Zum einen, weil sie zu spät angekündigt worden war, zum anderen, weil Eltern beanstandet hatten, dass sie nicht um ihr Einverständnis gebeten wurden. „Wir haben nichts gegen Streik, nur sollten Eltern gefragt werden“, sagte Nadja Thoms, Vorsitzende des Gesamtelternbeirats Kita.

„Bei uns gab es große Unterstützung“, sagte hingegen Bosch-Oswald. Die Eltern wüssten zu schätzen, dass die Erzieherinnen sich eine Aktion überlegt hatten, bei der die Einrichtung nicht geschlossen wird, wie sonst bei Warnstreiks. Die Kinder würden auch nicht instrumentalisiert, sagt Bosch-Oswald. Zwar hatten etwa Kinder der Kita Schaffnerstraße Anhänger mit Botschaften zum Tarifkonflikt gebastelt. Verteilt wurden die aber nur von Erwachsenen an die wenigen Passanten, die am Willy-Brandt-Platz unterwegs waren.

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