Kultur Spaß und Lernen für alle im Kindermuseum

Neu-Ulm / Klasse 4b der Grundschule Öpfingen und die Klasse 4a der katholischen Grundschule St. Michael 30.07.2018

Zwei Grundschulklassen aus dem „Wir lesen junior“-Projekt waren zu Besuch im Edwin Kindermuseum im Edwin Scharff Haus.

Atemberaubende Stationen durften die Kinder der Klasse 4b der Grundschule Öpfingen im Kindermuseum in Neu-Ulm am eigenen Körper erfahren. Bei der Mitmachausstellung dreht sich alles ums „Hören, Sehen und Staunen“. Selbst die Lehrer staunten nicht schlecht und konnten noch etwas dazulernen.

Durch das Museum führten zwei erfahrene Museumspädagoginnen, die in Teilzeit für das Kindermuseum arbeiten. Im Sitzkreis angekommen, berichteten die Kinder stolz, dass sie vorab im Unterricht eigens ausgedachte Fragen notiert hätten, die sie nun stellen möchten. In einer Fragerunde konnten die Kinder in den ersten zwanzig Minuten viel über das Museum erfahren.

Das Edwin Scharff Museum, welches das Kindermuseum beherbergt, beschäftigt derzeit rund 36 Mitarbeiter. Die Leiterin ist Dr. Helga Gutbrod. Die derzeitige Ausstellung ist bereits die siebte und wird noch bis September 2019 im Kindermuseum aufgebaut sein. Einige Exponate dieser Ausstellung wurden aus Wien ausgeliehen, andere wiederum „ertüftelten“ und erstellten die Museumsmitarbeiter selbst. Pro Jahr besuchen rund 30 000 Menschen das Kindermuseum.

Im Anschluss an die Fragerunde starteten die Viertklässler ihre Tour durch das Museum. Ein Junge meinte erstaunt: „Die umgedrehte Glocke fand ich besonders eindrucksvoll. Der Ton, der durch den Hammerschlag an der Glocke erzeugt wurde, übertrug sich aufs Wasser in der Glocke und so entstand ein Muster.“

Ganz beeindruckt meinte ein Mädchen: „Die Frauen haben uns Sachen erzählt, von denen wir noch gar nichts wussten.“ Es waren sich jedoch alle Kinder einig, was die Musik anbelangte. „Die Disco fanden wir am coolsten.“ Eine ebenfalls sehr aufregende Station war „Schreikabine“. Ein Kind konnte sich in die Kabine stellen und so laut wie möglich schreien. Für alle anderen von außen sichtbar, erschien die Anzahl an Dezibel, in der das jeweilige Kind geschrien hat. Die meisten Kinder erreichten 110 Dezibel, was dem Lärm eines Presslufthammers entsprechen würde. Noch am nächsten Tag im Unterricht waren manche Kinder heiser.

Wer hört, wenn einer guckt

Wer hört denn, wenn einer guckt und wer guckt denn, wenn einer hört. Diesem Phänomen waren die 22 Viertklässler aus der Katholischen Freien Grundschule St. Michael auf der Spur. Als wir im Museum angekommen waren, begrüßten uns Anna und Christina, zwei Museumspädagoginnen. Sie erklärten uns, dass wir uns im Museum mit den zwei Sinnen Hören und Sehen beschäftigen würden. Da gab es jede Menge auszuprobieren und zu entdecken: Wie hört sich eine Stimme an, die traurig, wütend oder gut gelaunt klingt? Wie hören sich die unterschiedlichen Sprachen an? Nach der Tour durften wir den Museumspädagogen Gernot Ladwein interviewen.

Wer ist der Eigentümer des Kindermuseums?

Gernot Ladwein: Das Kindermuseum ist im Edwin Scharff Museum zu finden und das gehört der Stadt Neu-Ulm.

Welche Ausstellungen gab es bisher?

Die Ausstellung „Hör mal wer da guckt“ ist die 7. Ausstellung bisher. Vorher gab es schon: „Achtung Familie“, „Ganz weit weg – und doch so nah“, „Erzähl mir was vom Tod“, „Willkommen@Hotel Global“, „Kopfüber Herzwärts“ und „Voll abgefahren!“.

Wer hat das Kindermuseum gegründet?

Die Idee kam von Frau Dr. Gutbrod. Sie ist die Leiterin des Museums. Nachdem die archäologische Ausstellung im Edwin Scharff Museum geschlossen werden sollte, weil kaum Besucher mehr kamen, wurde überlegt, was man mit den leeren Museumsräumen machen könnte. Da es in der Region noch kein Kindermuseum gab, wurde diese Idee begeistert aufgenommen.

Wir finden, dass es eine prima Idee war, ein Kindermuseum zu gründen. Sind alle Ausstellungen gleich lang ausgestellt?

In der Regel ist das Museum nach den Sommerferien zum Aufbau einer neuen Ausstellung geschlossen. Ab Mitte Oktober wird dann die neue Ausstellung eröffnet. Diese kann man dann bis zum Ende der nächsten Sommerferien besuchen.

Wie viele Besucher kommen im Jahr durchschnittlich ins Kindermuseum?

Bei der letzten Ausstellung zum Thema „Voll abgefahren!“ kamen ca. 40 000 Besucher.

Gibt es noch andere Angebote im Kindermuseum?

Man kann dort auch Kindergeburtstage feiern oder am Vormittag mit der ganzen Schulklasse oder anderen Gruppen kommen. Zu den Besuchszeiten sind alle, Groß und Klein, herzlich willkommen.

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