Das Einkaufs- und Wohnquartier Sedelhöfe wird etwas größer. Dem Investor ist es gelungen, mit dem Eigentümer des Gebäudes Bahnhofstraße 18, in dem unter anderem die Sparkasse eine Filiale hat, eine Einigung zu erzielen. Dieses Grundstück und das dahinter liegende werden ins Projektgebiet einbezogen. Die Stadtplaner sind glücklich über diese Entwicklung. Das Haus entspreche schon jetzt „in keiner Weise“ den Maßstäben im Quartier. „Dieser Umstand hätte sich mit der Entwicklung der Sedelhöfe weiter verschärft“, stellte die Verwaltung gestern im Fachbereichsausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt dar. Die Stadträte äußerten sich ebenfalls sehr zufrieden mit dieser neuen Entwicklung.

Aufgrund dieser und weiterer Änderungen musste der Bebauungsplan erneut angepasst werden. Er wird nun ein zweites Mal öffentlich ausgelegt. Der ursprüngliche Bebauungsplanentwurf war nach dem Ausstieg des Investors MAB auf Eis gelegt worden. Der neue Investor hatte die Planung deutlich überarbeitet und beispielsweise die Zahl der Wohnungen erhöht und das von IHK und Handel scharf kritisierte Erschließungskonzept verändert. Der Bebauungsplanentwurf wurde überarbeitet und lag im Juni aus. Diese erneute Öffentlichkeitsbeteiligung und die weitere Projektentwicklung führten nun zum Durchbruch beim Gebäude in der Bahnhofstraße.

Kommentar von Chirin Kolb: Grade noch mal gut gegangen

Einmal ganz tief durchatmen können Stadtplaner, Stadträte, aber auch die Bürger angesichts der neuen Entwicklungen bei den Sedelhöfen. Ein weiterer Durchbruch im so langwierigen und holprigen Verfahren ist geschafft. Es ist ein städtebaulicher Segen, dass das Gebäude Bahnhofstraße 18 einbezogen werden kann und wohl einem Neubau weichen wird. Was der alte Investor MAB nicht geschafft hat, ist dem neuen DC Commercial/DC Values gelungen: sich mit dem Eigentümer zu einigen. Daran hatte schon niemand mehr geglaubt.

Wichtig und richtig ist auch, dass die öffentlichen Flächen öffentlich bleiben. Die Stadt behält das Sagen und muss nicht umständlich mit Wegerechten operieren. Vielen war die Vorstellung ein Graus, dass die Stadt den Stadteingang vom Bahnhof her an den Investor verkaufen könnte.

Mit dem neuen Investor hat sich das gesamte Konzept der Sedelhöfe deutlich verbessert und wird von allen Seiten gepriesen. Grade noch mal gut gegangen! Der Absprung von MAB hatte die Stadt zwar zunächst in Schock versetzt, erweist sich nun aber als Glücksfall: Mit MAB hätte es diese Planung nie gegeben - und das an herausragender Stelle in der Innenstadt bei einem der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte.

Ein Zufall hat letztlich also die entscheidende Wendung gebracht. Das sollte den Stadträten und Stadtplanern zu denken geben. Sie müssen sich überlegen, wie sie so etwas für die Zukunft ausschließen wollen.