Meinung Kommentar über den Baustopp der Realgrund: Spät, aber einsichtig

Edwin Ruschitzka
Edwin Ruschitzka © Foto: Volkmar Könneke
Neu-Ulm / Edwin Ruschitzka 16.04.2018
Zum Ruhen der Realgrund-Bauarbeiten ein Kommentar von Edwin Ruschitzka

Alles andere wäre eigentlich undenkbar gewesen. Nach drei Bomben-Entschärfungen in nur sechs Wochen, nach einer kleinen und zwei ganz großen Evakuierungen, kam die Einsicht: So kann es auf dem Gelände des „Südstadtbogens“ nicht weitergehen.

Die Tiefbauarbeiten ruhen also vorläufig, das knapp 17.000 Quadratmeter große Gelände soll besser nach Bombenblindgängern untersucht werden. Eingeteilt in mehrere Zonen soll akribisch vorgegangen werden. Und sollten noch weitere Bomben gefunden werden, wovon der Experte eigentlich ausgeht, könnten sie auf einmal entschärft werden. Genau das hatte der Chef der Kampfmittelbeseitigungsfirma am Freitag durchaus gezielt und medienwirksam vorgeschlagen, dessen Mitarbeiter schon dreimal ihrem lebensgefährlichen Job in Neu-Ulm nachgegangen waren.

Eine Bombenentschärfung ist ein teures Unterfangen, für das im Wesentlichen die öffentliche Hand, also die Stadt und der Freistaat aufkommen. Steuergelder soll man nicht verprassen. Das hat die Neu-Ulmer Stadtverwaltung eingesehen und die Realgrund zum Gespräch gebeten. Dass es zu der neuen Vorgehensweise keine offizielle Anordnung braucht, ist eigentlich selbstverständlich. Die Realgrund hat das eingesehen. Und für die Stadt sollte die Erfahrung ein Anlass sein, künftig nachhaltiger in Sachen Sicherheit und Bauüberwachung vorzugehen.

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