Mehrere wohnungslose Menschen sind nach Angaben von Sozialarbeitern dank des Projekts „Ulmer Nest“ ohne Erfrierungen über die kalte Jahreszeit gekommen. „Die beiden Nester haben sich bewährt, sie haben Menschen ganz real geholfen und sie sollten auch im nächsten Winter wieder als Erfrierschutz bereitstehen“, sagte Hannah Böck von der katholischen Hilfsorganisation Caritas. Sie hat die „Nester“ und deren Nutzer im zurückliegenden Winter gemeinsam mit einem Kollegen betreut.

Kommune entscheidet über Fortführung des Projekts

Bezahlt wurde der Einsatz der beiden Streetworker vom „Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen“ (EHAP). Für die Kosten der „Nester“ ist die Stadt Ulm aufgekommen. Am 18. März will der Sozialausschuss des Gemeinderates entscheiden, ob es das Hilfsangebot auch in den kommenden Wintern geben soll. Dafür müssten jeweils 5700 Euro an laufenden Kosten gedeckt werden.

Schlafkapsel schützt vor Kälte

Die zeltähnlichen, jeweils 2,50 Meter langen Schlafkapseln aus Holz und Metall hatte die Stadt zum Beginn des Winters 2019/20 am Rande von zwei Stadtparks aufstellen lassen - zu Projektkosten für Entwicklung, Bau und Installation von insgesamt rund 35 000 Euro. Zwar gibt es auch in Ulm Obdachlosenunterkünfte verschiedener sozialer Einrichtungen. Doch wie überall gibt es auch dort wohnungslose Menschen, die solche Unterkünfte aus verschiedenen Gründen meiden und sich andere Schlafplätze suchen.