Unternehmen Sonne lässt Gardena strahlen

Gardena-Chef Pär Aström (rechts) und Vertriebsmanager Tobias Koerner präsentierten am neuen Marken-Center neue Produkte: einen 40-Volt-Akkumäher und Spaten mit Holzgriff.
Gardena-Chef Pär Aström (rechts) und Vertriebsmanager Tobias Koerner präsentierten am neuen Marken-Center neue Produkte: einen 40-Volt-Akkumäher und Spaten mit Holzgriff. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Frank König 22.08.2018
Gardena wächst auch wegen der Trockenheit um ein Fünftel und gerät an die Kapazitätsgrenzen.

Seit Gardena im schwedischen Husqvarna-Konzern wieder selbstständig auftreten kann, blüht die Gartenmarke immer mehr auf – so auch im ersten Halbjahr 2018. Das Wachstum lag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 20 Prozent: auf 475 Millionen Euro Umsatz. Das sind auch erfreuliche Zahlen für den neuen Spartenchef Pär Aström (45). Er lobte am Mittwoch im Werk Donautal die starke Marke, führende Marktposition und die „einzigartige Firmenkultur“ mit einem leidenschaftlichen Team am Standort Ulm. Der operative Gewinn sank zwar leicht unter die 20-Prozent-Marke, liegt aber klar über Konzernlevel.

Das trockenste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen führte dazu, dass Bewässerungssysteme reißenden Absatz fanden, Produktion und Logistik gerieten nach Aströms Worten an die Kapazitätsgrenzen. In dem Kontext läuft auch die neue Produktlinie mit Stau-Boxen für Wasserschläuche gut.  Ebenfalls im Trend liegen Mähroboter und überhaupt akku-betriebene Garten­geräte, nun mit 40 Volt und mehr Power. Zum 50-jährigen Bestehen des Gardena-­Schlauchsystems gibt es auch eine Sonderedition, die bei Hobbygärtnern Anklang findet.

Allerdings verdorrt das Gras

Dabei herrschte im zu kalten März bei rückläufigen Umsätzen noch Pessimismus vor, sagte Vertriebschef Tobias Koerner. Dann aber begann in Deutschland die Sonne zu scheinen, und es bleib vor allem trocken. Inzwischen lägen alle Exportländer im Plus, außer dem relativ kleinen Neuseeland. Koerner machte aber keinen Hehl daraus, dass angesichts der Wetterlage der Absatz von Rasenmähern leidet, weil das Gras entweder – wie vielfach zu sehen  – verdorrt ist oder kaum wächst.

Das Wachstum der anderen Produktlinien glich diesen Effekt freilich mehr als aus. Gardena blieb insbesondere wegen der heimischen Produktion jederzeit lieferfähig, obwohl man gemerkt habe, dass die „Kapazitäten endlich“ seien. Koerner: „Wir haben nicht für einen solchen Sommer geplant.“ Zusätzliche Investitionen in die Produktion seien daher unverzichtbar. Das sieht auch Aström so: „Man fängt sonst an, die Grenzen zu weit hinauszuschieben.“ Stattdessen brauche das Unternehmen mehr Flexibilität in Fertigung und Logistik.

Dazu diene auch das Projekt mit Noerpel unweit entfernt im Industriegebiet Donautal. Der Logistik-Partner baue Produkte wie Schlauchwagen selbst zusammen: mit behinderten oder zuvor langzeitarbeitslosen Mitarbeitern. Die Fertigstellung der zweiten Baustufe ist Anfang 2019 vorgesehen.

Wasser ist kostbar

Auf dem Werksgelände selbst wurde ein „Brand Center“ zur Präsentation von Gardena-Produkten in einer Container-Struktur erstellt. Mit Blick auf den zu trockenen Sommer gewinnt für Aström auch eine mit Unicef abgeschlossene Kooperation an Bedeutung, Titel: „Jeder Tropfen zählt.“ Es geht darum, dass Wasser global zunehmend zu einer knappen Ressource wird. Demnach leben weltweit 884 Millionen Menschen ohne einen sicheren Zugang zu sauberem Wasser.

Gardena will nun mithelfen, dass zumindest 150.00 Menschen, vor allem in Afrika, mit Wasser versorgt werden. Nicht zuletzt sollten Gardena-Produkte Wasser sparen, wie eine Reinigungsspritze mit „Eco-Pulse-Funktion“. Und es gibt ein spezielles Unicef-Sortiment in Blau, pro Set geht ein Euro an das Kinderhilfswerk.

Verantwortung für neue Marken

Rekord Gardena hat 2017 mit 585 Millionen Euro erneut einen Rekordumsatz erzielt. Der Umsatz ist seit Verselbstständigung der Sparte 2015 um 34 Prozent gewachsen. Die Ulmer Gartenmarke wurde 2006 von Husqvarna übernommen und erhält nun auch die Verantwortung für die aufgelösten Consumer Brands mit Mc Culloch. Etwa 1850 Mitarbeiter in Ulm, Laichingen, Niederstotzingen, Heuchlingen.

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