Finanzen Sonderbeitrag des TSV Pfuhl abgelehnt

Neu-Ulm / Beate Storz 07.06.2018

Der TSV Pfuhl konnte bei seiner Mitgliederversammlung keine sofortige Lösung finden für die angespannte finanzielle Lage aufgrund der bislang moderaten Mitgliedsbeiträge und der steigenden Kosten für qualifizierte Übungsleiter und Trainer. Die Mehrheit hat beschlossen, auf den vom Vorstand vorgeschlagenen „Sonderbeitrag“ zu verzichten. Jedes der knapp 2800 Mitglieder hätte einmalig 18 Euro überweisen sollen  (wir berichteten). Stattdessen muss erst einmal das Buchhaltungssystem optimiert werden. Defizite in 2018 sollen mit Hilfe der Rücklage gedeckt werden. Höhere Mitgliedsbeiträge werden im Herbst diskutiert.

Entsprechend hitzig war zuvor die Diskussion im vollen Foyer der Seehalle. 121 Mitglieder waren gekommen – so viele wie noch nie, stellte der zweite Vorsitzende Johannes Stingl fest. Vorsitzender Patrick Winter erklärte: „Wir haben sportliche Erfolge. Das ist nur möglich, weil unsere Übungsleiter gute Arbeit leisten und wir auf die wachsenden Mitgliederzahlen mit mehr Übungsleitern reagieren.“ Jürgen Lohbrunner (Tennisabteilung) indes ärgerte sich, dass die  Finanzlage nicht transparent sei. Ihn interessiere, welche Abteilung denn für den Minusbetrag verantwortlich sei. Er sehe nicht ein, dass die Tennisspieler, die keine Übungsleitergelder bekommen, auch noch zusätzlich bezahlen sollen.

Solidargemeinschaft ja, aber . . .

Diese Ansicht brachte wiederum die Übungsleiterin der Leichtathleten, Monika Heß, in Rage. „Wenn es einzelnen Abteilungen schlecht geht, müssen alle zusammenhalten. Wir sind eine Solidargemeinschaft.“ Die Turner und Leichtathleten hätten viele Kinder und Jugendliche, die bräuchten einen höheren Betreuungsbedarf, also mehr Übungsleiter. „Wenn wir uns nicht um den Nachwuchs kümmern, gehen wir ein“, warnte Monika Heß. Mit den Argumenten konnte sie die Mehrheit aber nicht überzeugen. So wurde der Antrag von Mitglied Hans-Jürgen Ott (Taekwondo) angenommen, auf den Sonderbeitrag zu verzichten.

Hinzu kommt: Der TSV Pfuhl 1894 hat personelle Lücken im Vorstand, denn der besteht derzeit nur aus dem Vorsitzenden Patrick Winter und seinem Stellvertreter Johannes Stingl. Einen Kassierer und einen Schriftführer gibt es nicht, und für die Ämter des Vergnügungswartes, Fahnenträgers und Pressewartes fand sich an dem Abend auch niemand. Stingl frustriert: „Offensichtlich wird die Arbeit des Hauptvereins nicht als notwendig erachtet. Die Mitglieder fühlen sich nur ihren Abteilungen verbunden; sie wollen Sport treiben, aber nicht die Rahmenbedingungen mitgestalten.“