Ulm Sommerkonzerte des Humboldt-Gymnasiums

Ulm / PETRA STARZMANN 27.06.2016

„Broadway Sounds“ hatten die Humboldt-Chöre unter der Leitung von Guido Bauer fürs Sommerkonzerte ihrer Schule einstudiert. Sie bestritten den ersten Konzertteil im Kornhaus, worauf die Big-Band folgte. Bereits am Vorabend waren zum ersten Musikprogramm in der Musikschule das Streichorchester, das Sinfonische Blasorchester und der junge Chor „Just Vocals“ aufgetreten – drei Konzerte also, die dem Musikprofil der Schule Rechnung tragen.

Flott zu hören und mit freudiger Bühnenpräsenz machte sich der Schüler-Konzertchor an Titel aus „Grease“ und „Hairspray“. Der Eltern-Lehrer-Konzertchor indes ließ mit Bernsteins „Wonderful Town“ das swingende, überdrehte New York der 30er Jahre wieder aufleben. Eindrucksvoll waren Solisten aus den Reihen der Schüler bei dem Einschub „My Darlin‘ Eileen“.

Bravourös meisterte der Junge Kammerchor die Herausforderung des Scat-Gesangs: Statt Worte werden hier sinnfreie Silben rhythmisch-instrumental gesungen. Worte mit viel virtuoser Würze folgten schließlich im bis zu achtstimmigen „Chili con Carne“: eine humorige Rezeptbeschreibung.

Die Big Band unter der Leitung von Christoph Kächele ließ sich auf verschiedene Stilrichtungen des Jazz ein.  Klassischer Swing und Jazzrock standen auf dem Programm, dazu viel Latin Jazz. Kächeles Intention, mit der Big Band junge Leute zum Jazz zu führen, ist gelungen. Mit emotionaler Dichte spielte sich die Truppe souverän durch die unterschiedlichen Nummern, ausdrucksvoll als Ensemble, eindrucksvoll die einzelnen Stimmen. Die Posaunen sowieso – sie rekrutieren sich aus der namhaften Sinfonietta; gleichfalls nahmen die Saxophone das Publikum für sich ein. Drängend, aufschreiend, rhythmisch fließend, sensibel verhalten: akzentuierte Ausdrucksbreite in spannungsreicher Interaktion. Nicht zuletzt bei John Coltranes „Blue Rain“ zeigt sich die Big Band als ambitioniertes Ensemble. Ein stimmiger Jazzabend, der ruhig mehr Auflagen haben dürfte als nur einmal beim Sommerkonzert.