Der Chorraum des Münsters bleibt weiterhin gesperrt. Am Donnerstag war ein Stück Putz von der Decke gefallen, inzwischen wurde ein Gerüst aufgestellt, damit die Mitarbeiter der Münsterbauhütte sich den Schaden anschauen und überlegen können, was zu tun ist.  „Es besteht aber weder Lebens- noch Einsturzgefahr“, sagt Hüttenmeister Andreas Böhm.

Bei der genauen Begutachtung haben sich Probleme im Gewölbe auf der Südseite gezeigt. Genauer gesagt an den Flanken, wo das Mauerwerk an die Steinrippen stößt. „Die Materialien haben unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten“, erklärt Böhm. In Hitze und Trockenheit des Sommers ist es dort zu Rissen gekommen, als Folge hat sich der Putz an manchen Stellen gelockert.

Mehrere Schäden entdeckt

Laut Hüttenmeister wurden jetzt rund 25 laufende Meter ausgemacht, die genauer untersucht werden müssen, weil sich in „Kleinbereichen“ Schäden zeigen. Lockere Putzstücke können abstürzen. Und genau das ist vergangene Woche passiert: Ein rund 5 auf 30 Zentimeter großes Putzstück hatte sich gelöst.

Münsterbaumeister Michael Hilbert ist diese Woche auf einer Dombaumeistertagung und will mit den Kollegen und externen Fachleuten darüber beraten, was zu tun ist. Dann wird in der Münsterbauhütte festgelegt, wie die Reparatur anzugehen ist, und auch, wie groß die Maßnahmen angelegt wird.

„Das Gewölbe war bislang für uns kein Thema“, sagt Andreas Böhm weiter. Erst vor ein paar Wochen hatte er dort oben die bestehenden Rissmarken abgelesen. Damals waren keine besonderen Ausdehnungen oder anderen Veränderungen festzustellen gewesen. Die Schäden betreffen laut Böhm auch nur die Südseite des Deckengewölbes. Bei näherer Betrachtung hat sich gezeigt, dass der Putz dort in früheren Jahren schon ausgebessert wurde. Das bedeutet: Das Problem ist schon einmal aufgetreten.

Für die Besucher und Gottesdienstteilnehmer heißt es also bis auf Weiteres: Der Chorraum darf nicht betreten werden. Damit entfällt auch der Zugang zur Bessererkapelle mit ihren wertvollen alten Kirchenfenstern.

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