Es gibt einen regelrechten Ansturm auf die Soforthilfe Corona des Landes Baden-Württemberg. So gingen bei der IHK bis zum Wochenende mehr als 3000 Anträge ein. Start für das Herunterladen der Anträge auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums war Mittwochabend.

In diesem Kontext warnt Hauptgeschäftsführer Max-Martin Deinhard auch vor Trittbrettfahrern im Netz. Nur die Antragsformulare des Ministeriums seien gültig, und nur die IHK und die Handwerkskammer könnten dazu beraten. Er macht nochmal deutlich: „Das Programm richtet sich ausschließlich an Unternehmen, die ohne die Soforthilfe wirtschaftlich nicht weiter existieren könnten.“ Bei diesen nicht rückzahlbaren Zuschüssen handle es sich somit um „die Alternative zur Pleite“.

Nach den Erkenntnissen Deinhards sind besonders betroffene Branchen: Gastronomie, Reisebüros, Tourismus, Handel – neu der IHK zugeordnet auch Freiberufler wie Künstler oder Musiker. Vor allem kleinere Läden sind aus Sicht Deinhards „schwer getroffen“. Eine Blitz-Umfrage der IHK zeigt: Jede zweite Firma erwartet 2020 wegen Corona einen Umsatzrückgang um mindestens ein Viertel. Sogar 90 Prozent spüren negative Auswirkungen. Die IHK hat ihre Hotline (Tel. (0731) 173-333) daher auch am Samstag und Sonntag von 8 bis 20 Uhr besetzt. Die Soforthilfe als Zuschuss habe für zwei Drittel der Betriebe Relevanz, neben Kurzarbeitergeld und Steuerstundung. Erste Auszahlungen der L-Bank würden in den nächsten Tagen erfolgen.

„Ohne viel Formularkram“

Bei der Handwerkskammer laufen täglich 1000 Anträge auf, das Bearbeitungsteam ist auch am Samstag von 7 bis 19.30 Uhr im Einsatz. Deinhards Kollege Tobias Mehlich: „Wir arbeiten mit Hochdruck, schnell und ohne viel Formularkram. Für altbekannte und vielfach bewährte Muster fehlt den betroffenen Betrieben die Zeit.“ Die Datensysteme seien freilich eine erhebliche Herausforderung. Man habe gleichwohl die ersten Anträge bereits zur Auszahlung weitergeleitet.

Ein weiteres Hilfsangebot sei die Stundung der Sozialbeiträge für zwei Monate. Eine Umfrage im Handwerk zeigt: 77 Prozent der Handwerker müssen Umsatzrückgänge verkraften, 55 Prozent sind von Auftragsstornierungen betroffen. Etwa ein Drittel leidet unter fehlendem Personal und Material. Nur zehn Prozent der Firmen spürt die Krise nicht.