Söflingen Söflingen: Neue Wohnungen kommen trotz Protesten

Söflingen / HANS-ULI THIERER 25.07.2015
Der Bebauungsplan ist durch - trotz aller Proteste bis zum Schluss. Am alten Söflingen Krankenhaus können 49 neue Wohnungen gebaut werden.

In einem seit 2011 währenden Prozess sind alle Für und Wider ausgetauscht worden. Nicht durchweg zum Wohlgefallen von Anwohnern, die in zwei Bürgerinitiativen bis ganz zum Ende des Verfahrens Einwendungen formuliert haben. Sogar noch am Tag, ehe der Fachausschuss des Ulmer Gemeinderats mit breiter Mehrheit dem Plenum empfahl, den Bebauungsplan "Altes Krankenhaus Söflingen" als Satzung zu beschließen, hatte die Anwohnerinitiative Maienweg nochmals Proteste vorgetragen.

Am Ende dann aber ohne Erfolg: Nachdem die Planungen nach vielen Diskussionen und Bürgerbeteiligungen verschiedentlich korrigiert, revidiert und reduziert worden waren, passierte der Bebauungsplan nun den Gemeinderat. Es gab eine breite Mehrheit und nur eine Gegenstimme von Siegfried Keppler (CDU) sowie drei Enthaltungen (CDU-Stadträte).

Ganz wortlos passierte die Bebauungsplansatzung den Rat aber nicht. Keppler entfachte noch einmal Reaktionen durch seine Bemerkung, es bestünden Bebauungspläne aus den Jahren 1972 und 1982, die Schutzschilder für die Anwohner seien. Wenn dem so wäre, entgegnete Michael Joukov (Grüne), dass alte Bebauungspläne nicht geändert werden können, wäre das an vielen Stellen das Aus für jede Stadtentwicklung.

Die Stadträte Karl Faßnacht und Gerhard Bühler (beide FWG) betonten, nach vier Jahren Planungen und Umplanungen und des Zurücksteckens des Investors um ein ganzes Stockwerk sei es an der Zeit, grünes Licht zu geben. Dies könne man guten Gewissens tun, denn der Beteiligungsprozess sei vorbildlich gewesen, stimmten Denise Niggemeier (Grüne/Ulm hoch 3) und Dr. Brigitte Dahlbender (SPD) in der Bewertung der Bürgeranhörungen überein.

Und jetzt? Kann der Investor, die Ulmer Immobilienfirma Eberhardt GmbH, auf dem alten Krankenhaus-Gartengrundstück und der Fläche des Schwesternwohnheims, das abgerissen wird, zwei Wohngebäude mit 49 Wohnungen bauen. Das ehemalige Klinikgebäude (Maienweg 12) bleibt erst einmal stehen und wird in einem "zweiten Realisierungsschritt einer Nachnutzung zugeführt", wie es in der Drucksache heißt, die wegen der vielen Einsprüche pfundschwer ist.