Verpflegung So wird im Freizeitheim Ruhetal gekocht

 Eine starke Truppe: das Küchenteam vom Ruhetal.
 Eine starke Truppe: das Küchenteam vom Ruhetal. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Beate Storz 29.08.2018

Die Küche des Ferienheims Ruhetal war vor allem zu Beginn der Sommerferienwochen ein fast schon tropisch anmutender Ort. „Die Hitze war wirklich ein Problem. Schon am Morgen hatten wir 31 Grad, an manchen Nachmittagen sogar bis zu
47 Grad. Dann hilft nur eins: viel trinken und weiterarbeiten. Schließlich wollen die Kinder etwas zu essen haben“, sagt Daniela Gollmar. Sie ist hauptamtlich in der Ruhetalküche angestellt und arbeitet dort das ganze Jahr. Denn nicht nur während der Ferienfreizeiten um Pfingsten herum und im Sommer, sondern auch in den übrigen Monaten finden im Evangelischen Freizeitheim Ruhetal Tagungen, Versammlungen oder Feiern statt. Gollmar ist dort schon seit 16 Jahren beschäftigt. „Im Ruhetal habe ich die Abwechslung, die ich brauche“, sagt die gelernte Restaurantfachfrau.

In der Küche des Ferienheims müssen täglich rund 420 Essen gekocht werden. Die Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren kommen um 8 Uhr und bleiben teilweise bis 18.30 Uhr. Deshalb bekommen sie drei Mahlzeiten, zwischendurch Obst und Gemüse. Gollmar hat zehn ehrenamtliche Mitarbeiter in der Küche. Sie ist als erste da, fängt um 6 Uhr an und hat um 18.30 Uhr Feierabend. Ihre Helfer beginnen erst um 8 Uhr. Das Ferienheim hat von Montag bis Samstag geöffnet.

Im Ruhetal kommen nur frische Zutaten auf den Tisch, sagt Gollmar. „Wir würzen mit Kräutern, Salz und Pfeffer. Gewürzmischungen oder fertige Soßen gibt es bei uns nicht.“  Die Rückmeldungen der Kinder seien positiv,  Lieblingsessen: Spaghetti Bolognese. Ebenfalls hoch im Kurs stehen Nudeln mit Schinken-Sahne-Soße sowie Geschnetzeltes aus Hähnchenbrustfilet mit Reis und Gurkensalat. Zum Trinken bekommen die Kinder Wasser oder Tee. Den Tee gibt es in den Geschmacksrichtungen Orange, Himbeere oder Wildkirsche. Er wird mit Sirup, Zitronensaft und ganz wenig Zucker aufbereitet. „Wir achten schon darauf, dass die Kinder sich gesund ernähren“  sagt Gollmar.

Die zehn ehrenamtlichen Küchenmitarbeiter nehmen sich teilweise sogar Urlaub, um in der Ruhetalküche zu schuften. „Wenn man einmal vom Ruhetalvirus befallen ist, kann man nicht anders“, sagt Manuel Menck. Er war schon als Kind dabei, wurde dann pädagogischer Mitarbeiter im Ruhetal. Da er hauptberuflich pädagogisch tätig ist, arbeitet er zur Abwechslung in der Küche. „Ich bin seit sieben Jahren im Team, weil ich für mein Leben gern koche. Meine Oma hat es mir schon als Kind beigebracht“.

Auch Dorothea Kögel nimmt zwei Wochen Urlaub, um im Ruhetal zu arbeiten. Die dreifache Mutter ist mit der ganzen Familie dabei. Ihre Kinder genießen die Ferienfreizeit, ihr Mann ist als Betreuer tätig. Kögel war ebenfalls schon Betreuerin im Ruhetal, fühlt sich aber seit fünf Jahren in der Küche wohl. „Wir sind eine nette Truppe, da macht die Arbeit doppelt Spaß.“

Gerda Friedrich hat sogar schon 29 Jahre Erfahrung in der Freizeiteinrichtung gesammelt. Die 77-Jährige ist die älteste Mitarbeiterin im Team und hat Daniela Gollmar eingearbeitet. Jetzt kommt sie nur noch stundenweise: „Ich liebe es, mit großen Töpfen zu hantieren. In der Küche gibt es viel Arbeit,  da kommt man gar nicht erst auf die Idee, dass Stehen anstrengend sein könnte. Dazu ist man viel zu beschäftigt.“

Jeder packt mit an

Gollmar ist mit ihren Ehrenamtlichen sehr zufrieden. „Wir sind alle gleichberechtigt, jeder packt mit an, wo gerade Arbeit anfällt. Alle zwei Wochen kommt ein neues Team. Die Helfer sind zwischen 16 und 77 Jahren alt und harmonieren gut. Private Treffen der Helfer sind bei uns normal.“  Es finden Stammtische statt, Ausflüge und Weihnachtsfeiern. „Die meisten kommen und bleiben bei uns – nach dem Motto: einmal Ruhetal immer Ruhetal“, so Gollmars Erfahrung.

500 Brötchen, 34 Kilo Spaghetti

Mengen Das Küchenteam im Ruhetal versorgt 420 Personen. Fürs Frühstück werden 500 Brötchen, 3 bis 4 Kilo Marmelade, 3 bis 4 Kilo Butter und 70 Liter Milch benötigt. Um Spaghetti Bolognese zu kochen, sind 34 Kilo Spaghetti, 30 Kilo Hackfleisch, 5 Kilo Gemüse, 10 Dosen Schältomaten (pro Dose 2,6 kg) und 2 Dosen Tomatenmark nötig. 27 Salatköpfe werden für das Mittagessen verarbeitet. Zum Abendessen werden 30 Mischbrote mit einem Gewicht von je 1,5 Kilogramm, 1200 „Rädle“ Wurst vom Metzger und 2 Kilo Käse verteilt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel