Onlinemarktplatz So trifft das DaWanda-Aus hiesige Händler

DaWanda stellt am 30. August den Dienst ein.
DaWanda stellt am 30. August den Dienst ein. © Foto: Screenshot DaWanda/SWP
Ulm / Christoph Knauthe 03.07.2018
Im August wird die Handelsplattform geschlossen. Manche Verkäufer selbstgemachter Produkte befürchten negative Folgen.

Bislang konnten kreativ veranlagte Menschen über die Internethandelsplattform DaWanda selbst Hergestelltes aller Art zum Verkauf anbieten. Doch in Kürze stellen die Betreiber den Dienst ein.

So geht es Händlern aus der Region

Selina Freudenreich und Sabrina Leger verkauften ihre Wohnaccessoires für Kinder bislang ausschließlich über ihren DaWanda-Shop „Sternelinchen“. Die Neuigkeit über die Schließung des Portals habe sie in „Schockstarre“ versetzt. Doch inzwischen sind die beiden optimistisch, ihr Geschäft auch in Zukunft über andere Portale fortführen zu können. Auch Etsy. Zunächst bedeute das Ende von DaWanda aber trotzdem sinkende Einnahmen und zusätzliche Arbeit.

Ines Bosnjak verkauft in ihrem DaWanda-Shop „Handmade with Eva Baby“ E-Books mit Anleitungen zur Herstellung von Babykleidung. Bereits seit längerem spiele sie mit dem Gedanken, einen eigenen Onlineshop zu eröffnen. Aus aktuellem Anlass habe dieser nun oberste Priorität. Da sie ihre E-Books jedoch auch über andere Portale vertreibt, sei sie nicht besorgt, Kunden zu verlieren. Diese seien, so glaubt sie, für ihre Artikel bereits frühzeitig zu anderen Plattformen umgezogen.

Trotzdem bedauert sie das Ende des Portals: „Ich persönlich bin sehr traurig über die Schließung von DaWanda, obwohl ich selbst keinen Ärger verspüre, da es für meine Artikel alternative Plattformen gibt. Ich kann allerdings der Ärger vieler Verkäufer gut verstehen, deren Existenz an der Schließung von DaWanda hängt.“

Etsy erhöht genau jetzt Provision

Gabriela Bellan-Laraia führt in ihrem DaWanda-Shop „Glückskindl“ Zubehör für Stoffwindeln und sonstige Artikel für Babys und ihre Mütter. Sie müsse sich nun nach einem anderen Portal zum Verkauf ihrer Produkte umsehen. Ob sie zum amerikanischen Pendant Etsy umzieht, das DaWanda empfiehlt, wisse sie noch nicht. Zu unpersönlich sei ihr die Oberfläche der Seite. Außerdem gebe ihr die Erhöhung der Provision Etsys ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt zu denken.

Über 60 Prozent ihrer Bestellungen kämen über DaWanda. Für die Zeit nach der Schließung hält Gabriela Bellan-Laraia vorerst sinkende Verkaufszahlen für möglich. Doch auch abgesehen davon findet sie das Ende von DaWanda sehr schade: „Es war ein bisschen wie auf einem kleinen Markt oder buntem Basar, es war heimelig und persönlich.“

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