Zecken-Jahr 2018 Tropische Zecken: So ist die Lage in Ulm und Umgebung

Zecken sind nicht nur lästig, sondern können gefährlich werden.
Zecken sind nicht nur lästig, sondern können gefährlich werden. © Foto: Patrick Pleul/dpa
Ulm / Amrei Groß / swp 15.08.2018
In diesem Jahr gibt es so viele Zecken wie noch nie. Entsprechend groß ist die Gefahr, an Hirnhautentzündung oder Borreliose zu erkranken. Zusätzlich sorgen tropische Zecken für Schlagzeilen. Wir haben beim Fachdienst Gesundheit im Landratsamt Alb-Donau-Kreis nachgefragt, wie die Situation in der Region ist.

Auch wenn die Zahl der Zecken in diesem Sommer Experten zufolge so hoch ist wie noch nie: Mehr FSME-Infektionen als sonst sind zumindest bislang in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis nicht zu verzeichnen. Das sagte der stellvertretende Leiter des Fachdiensts Gesundheit im Landratsamt, Dr. Matthias Freudenmann, am Mittwoch unserer Zeitung.

Im vergangenen Jahr kam es in Stadt und Kreis zu insgesamt drei Fällen der meldepflichtigen Erkrankung. 2018 sind es bislang zwei – einer im Stadtgebiet Ulm und einer im Alb-Donau-Kreis.

Impfung dringend empfohlen

Nachlässigkeit sei dennoch nicht angebracht, sagt Freudenmann. Er rät deshalb zur Schutzimpfung. Auch die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt die FSME-Impfung für Einwohner und Besucher von Risikogebieten, die aufgrund ihrer Wohnlage oder durch Freizeitaktivitäten im Grünen ein erhöhtes Risiko haben, von Zecken gestochen zu werden.

Als Risikogebiete gelten Baden-Württemberg, Bayern sowie Südhessen. Auch Personen, die durch ihren Beruf FSME-gefährdet sind, zum Beispiel Forstarbeiter, sollten für einen aktuellen Impfschutz sorgen.

Tropen-Zecken in der Region noch kein Thema

Jüngst haben Funde mehrerer tropischer Zecken in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt: Wissenschaftler in Niedersachsen und Hessen registrierten sieben Tiere der Gattung Hyalomma, die sonst in Afrika, Asien und Südeuropa heimisch sind.

Hyalomma-Zecken sind mit einer Länge von bis zu zwei Zentimetern wesentlich größer als der hiesige Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) und können an ihren gestreiften Beinen erkannt werden. Sie können Erreger diverser Krankheiten übertragen. In einem Tier fanden die Forscher Rickettsia-Bakterien, die das Zecken-Fleckfieber auslösen.

Links ein heimischer Gemeiner Holzbock, rechts die tropische Hyalomma-Zecke.
Links ein heimischer Gemeiner Holzbock, rechts die tropische Hyalomma-Zecke. © Foto: Lidia Chitimia-Dobler/dpa

Es führt beim Menschen zu Hautveränderungen und Fieber.

In der Region sind die tropischen Blutsauger bisher kein Thema. „Ich habe heute in einem Fachmagazin zum ersten Mal von ihnen gelesen“, sagt Freudenmann.

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