Ulm Slow-Food: Kochen für eine bessere Welt

Am Sonntag werden Maultaschen gemacht. Foto: © ExQuisine / Fotolia.de
Am Sonntag werden Maultaschen gemacht. Foto: © ExQuisine / Fotolia.de
Ulm / HANS-ULI MAYER 15.02.2013
Slow Food-Mitglieder wollen nicht nur gut essen, sie wollen auch die Welt verbessern. Etwa mit einem speziellen Kochkurs zur Fastenzeit.

Essen und Trinken hält nicht nur Leib und Seele zusammen. Die richtige Auswahl von Lebensmitteln kann die Welt verbessern. Nämlich dann, wenn man dem Grundgedanken von Slow Food folgt, und nur regionale und saisonale Produkte kauft. Am besten beim Erzeuger direkt, weil, so die Theorie, dadurch unnütze Transporte um den halben Globus vermieden, kleine örtliche Betriebe von Landwirten, Gärtnern, Bäckern oder Metzgern gestärkt werden, und so der Einfluss internationaler Lebensmittelkonzerne zumindest eingeschränkt werden kann.

Rechtzeitig zur Fastenzeit hat deshalb das Ulmer Convivium von Slow Food - so heißen die Organisationseinheiten auf örtlicher Ebene - gemeinsam mit der Familienbildungsstätte eine Kochkurs-Reihe aufgelegt, die am Sonntag mit der Zubereitung von "Herrgottsbscheißerle" beginnt. Dahinter verbergen sich Maultaschen verschiedener Variationen, deren bisweilen gehaltvoller Inhalt während der Fastenzeit durch die Teighülle vor den Augen des Herrgotts geschützt wird. Gekocht wird unter Anleitung von Michael Maul, der in früheren Jahren in der Zill und im Hinteren Kreuz gekocht hat.

"Wir wollen nicht nur einen Bezug zum Produkt, sondern auch einen Bezug zum Erzeuger herstellen", sagt Slow Food-Vorsitzender Lothar Klatt. Es werden deshalb also in der Schulungsküche der Familienbildungsstätte nur Speisen zubereitet, deren Zutaten die Jahreszeit hergibt und die ein Erzeuger aus der Region direkt anliefert.

Nach dem Auftakt mit den Maultaschen geht es weiter mit einem Kurs zur Zubereitung von Süßwasserfischen (10. März), die der Ulmer Lefrank Linus liefert, der im Donautal eine Lachsräucherei besitzt. Der Russe betreibt dort sein Handwerk, das er von seinem Vater gelernt hat. Am 26. Mai wird Spargel zubereitet, den Georg Thumm aus Grimmelfingen anbaut. Der Umgang mit Frühlingsgemüse wird am 16. Juni geübt, geliefert vom Laden Querbeet aus Grimmelfingen. Abschluss wird ein Grilltag sein (21. Juli), den die Metzgerei von Thomas Schlotter und Petra Fink aus Beimerstetten ausstattet.

Jeder Kurs kann einzeln bei der Familienbildungsstätte gebucht werden und kostet 20 Euro; die Kosten für die Lebensmittel kommen noch hinzu. Slow Food plant im Übrigen eine Fortsetzung im Herbst.