Ulm Slow Food bekommt es gebacken

Ulm / BEATE ROSE 07.04.2014
Slow Food wollte mit Backmittelherstellern diskutieren. Die Gruppe kassierte nur Absagen. Auch von Walter Feucht, der verstimmt ist.

Über unser täglich Brot können viele Menschen stundenlang reden: Die Beschaffenheit der Kruste wird erörtert, sich über die Leichtigkeit von Seelen ereifert und dass früher das Brot sowieso besser war. Menschen, die gesteigertes Interesse am guten Lebensmittel haben, sind jene von der Organisation Slow Food. Einer von ihnen ist Sigi Körner, er leitet die regionalen Slow Food-Gruppe "Schwäbisch Donau". Seine Gruppe hat einen Thementag organisiert, unter dem Titel "Was gehört (nicht) ins Brot", und zwar für Dienstag 8. April. Im Haus der Begegnung gehts um 16 Uhr los mit einer "Brot-Zeit", mit Kostproben und Informationen regionaler Bäckereien.

Körner hat sich für die Veranstaltung eingesetzt, weil "jeder von uns Brot isst, aber man wenig darüber weiß". Das will Slow Food ändern. Aber eben nicht im Stile von: Kleinbäckereien sind die Guten, Großbäckereien die Bösen. Vielmehr will "Slow Food" über die "heute gebräuchlichen Verfahren zur Herstellung unseres Brotes informieren und darüber offen und vorurteilsfrei diskutieren", sagt Körner. Zur Podiumsdiskussion, die Andrea Fadani, Leiter des Museums der Brotkultur, am Dienstag um 19.30 Uhr im Haus der Begegnung moderieren wird, waren deswegen nicht nur Bäcker geladen. Sondern auch regionalen Hersteller von Backmitteln. Nämlich die Firmen "Uldo" von Walter Feucht, die Schapfenmühle von Heinz Künkele und Ulmer Spatz, die zu einem Konzern gehört.

Ursprünglich war die Veranstaltung für den 13. März geplant. Weil aber alle Backmittelhersteller abgesagt hatten, hat Slow Food einen neuen Termin geplant, den 8. April. Heinz Künkele meldete sich nicht, ebenso wenig wie der Verband der Backmittelhersteller. Der einzige, der absagte, war Walter Feucht.

Ihm stößt jetzt sauer auf, dass Körner in Pressemitteilungen verbreitet, dass sich alle angefragten Teilnehmer aus der Backmittelbranche nicht gemeldet hätte. "Unwahrheit" und "purer Quatsch" - so nennt Feucht in einem Schreiben die Aussagen Körners. Weiter gibt er Körner mit auf dem Weg: "Sie sollten bei den Fakten bleiben und nicht fabulieren." Körner hält dagegen, dass seine Aussage sich auf alle Anfragen bezieht. Für Dienstag wird er nun auf jeden Fall einen Platz im Podium für einen Vertreter der Backmittel-Branche freihalten.

Übrigens plant diese Slow Food-Gruppe im nächsten Jahr einen Tag zum Thema Fleisch, im übernächsten einen zum Thema Fisch. Am besten, Slow Food fragt jetzt schon mal Diskussionsteilnehmer an.