Ulm Sind Frauen schlechter im Denken?

Ulm / JR 06.03.2015
Kleine Spitze vor dem Frauentag am Sonntag: Einer Grünen-Stadträtin fehlen die Frauen auf dem Podium im Stadthaus. Aber: Kann man nix machen.

"Sind Denkanstöße nur Männersache?" So kommentiert Grünen-Stadträtin Sigrid Räkel-Rehner ihre vergebliche Suche nach den Frauen bei den 8. Ulmer Denkanstößen. In einem Brief an Organisatorin Prof. Renate Breuninger vom Humboldt-Studienzentrum der Uni zeigt sie sich "sehr befremdet darüber, dass Sie nur männliche Referenten eingeladen haben". Mindestens ein Drittel, besser die Hälfte der Vorträge sollte von Frauen gehalten werden. Statt diese auszugrenzen.

Davon kann freilich keine Rede sein. Renate Breuninger: "Wir haben vier Frauen eingeladen, alle haben abgesagt. Da kann ich gar nichts machen." Barbara Bleisch (Uni Bern) musste wegen einer ihrer Moderationen der "Sternstunde Philosophie" im Schweizer Fernsehen einen Rückzieher machen. Prof. Doris Henne-Bruns (Uniklinik Ulm) weilt in Indien. Unternehmerin Nathalie von Siemens will 2016 dabei sein. Außerdem war Prof. Susanne Boshammer (Osnabrück) angefragt. "Ich bin schon getrimmt auf dieses Thema", sagt Breuninger, da sich 2014 die Neu-Ulmer Gleichstellungsbeauftragte beschwert habe. So moderiert jetzt Bürgermeisterin Iris Mann, um Ausgleich zu schaffen. Frauen sollten sich "mehr denn je zu aktuellen, interessanten Themen äußern", schreibt die Professorin der Stadträtin zurück.

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