Blaubeuren Sieben High Heels auf der Sommerbühne

Julia Pellegrini, Lisa Herbolzheimer und Juliette Brousset von Les Brünettes auf der Sommerbühne. Foto: Albert Hefele
Julia Pellegrini, Lisa Herbolzheimer und Juliette Brousset von Les Brünettes auf der Sommerbühne. Foto: Albert Hefele
Blaubeuren / ALBERT HEFELE 06.08.2013
Vier Frauen a cappella auf der Sommerbühne am Blautopf. Das Quartett Les Brünettes überzeugte mit blitzsauberen Arrangements.

Lisa Herbolzheimer hat es erwischt. Zehenbruch - was schon schlimm genug ist, wenn da nicht noch die Sache mit den High Heels wäre. Genauer gesagt, die Sache mit den High Heels und Les Brünettes. Zu Les Brünettes gehören die High Heels wie die figurbetonten Kleider. Frauen in Kleidern, die High Heels tragen, strahlen etwas aus: Eleganz, Weiblichkeit, Selbstbewusstsein. Attribute, die zu Les Brünettes passen. Auch zu Lisa Herbolzheimer. An diesem Abend auf der Sommerbühne musste sie darauf verzichten und im Schmucke eines knolligen Stützschuhes auf die Bühne humpeln. Gott sei Dank stellte sich ihre Behinderung als rein optisches Problem heraus, denn das für sie wesentliche Handwerkszeug, ihre Stimme, funktionierte ganz prima.

Was natürlich ebenso für Juliette Brousset, Stephanie Neigel und Julia Pellegrini zutraf. Sie haben sich beim Studium an der Musikhochschule Mannheim kennengelernt und verfügen über eine stabile musikalische Basis. Trotzdem ist es für A-cappella-Gruppen immer eine Herausforderung, ein sich dynamisch entwickelndes, attraktives Programm auf die Beine zu stellen. Die Voraussetzungen waren gut. Angenehme Temperaturen und mit Sarah Straub und ihrer Band ein sehr hörenswerter Opener.

Les Brünettes lieferten den perfekten Background für einen gelassenen Sommerabend am Blautopf. Ein gut ausbalanciertes Produkt mit Musik von Lennon/McCartney ("Drive My Car") über Billie Holidays "Lover Come Back" bis zum wunderschönen "Die Gedanken sind frei". Blitzsaubere Arrangements, mit Power und Seele interpretiert, ohne das Publikum in allzu große Aufregung zu versetzen. Die machte sich höchstens breit, wenn die Vier die Zuhörer in die Performance mit einbezogen. Es sollten Instrumente imitiert, in verschiedenen Tonlagen gesummt und gebrummt werden. Kein einfaches Unterfangen, in das sich die Fans am Blautopf mit großer Entschlossenheit stürzten. Das Ergebnis war aller Ehren wert. Trotzdem: Les Brünettes pur hörten sich irgendwie besser an.