Schwörwoche 2018 Sicherheit am Schwörmontag: Was tun bei Notfällen?

Wichtig bei einem Notruf ist es alle fünf W-Fragen zu beantworten und auf die Anweisungen der Leitstelle zu warten.
Wichtig bei einem Notruf ist es alle fünf W-Fragen zu beantworten und auf die Anweisungen der Leitstelle zu warten. © Foto: Lukas Schulze/dpa
Ulm / SWP 23.07.2018
Gerade bei einem Stadtfest wie dem Schwörmontag ist die Sicherheit ein wichtiger Aspekt. Doch wie verhält man sich richtig, falls andere oder man selbst in Gefahr ist?

Bei einem Stadtfest wie dem Schwörmontag steht vor allem der Spaß an den Feierlichkeiten im Fokus - doch auch die Sicherheit ist ein wichtiger Aspekt, denn gerade bei so einem Großereignis kann viel passieren.

Wie die Stadt Ulm auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE mitteilt, basiert das Sicherheitskonzept des Schwörmontags 2018 auf dem des Vorjahres und wird entsprechend weiterentwickelt. Auch in diesem Jahr wird es wieder temporäre Sperrungen von Brücken während der Lichterserenade und an Schwörmontag geben. Dabei werden wieder sogenannte Fahrzeugblockiersysteme („Betonblocks“) zum Einsatz kommen.

Doch was tun, wenn doch etwas passiert, es schnell gehen muss und gerade kein Sicherheitspersonal in Sicht ist? Dazu geben die Bundespolizei und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Tipps:

Was tun, wenn man selbst in irgendeiner Weise angegriffen wird oder in Gefahr ist?
Angriffe passieren zum größten Teil, wo sich Täter unentdeckt fühlen und die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden gering ist. Deswegen ist der erste Schritt immer die Aufmerksamkeit anderer auf sich zu ziehen, egal auf welche Weise. Schreien Sie und machen auf Ihre Lage aufmerksam. Sprechen Sie im Notfall Personen direkt an, von denen Sie sich Hilfe wünschen. Entfernen Sie sich dann möglichst weit vom Täter, um weitere Angriffe zu vermeiden. Suchen Sie Ordner oder Polizisten auf und berichten Sie, was geschehen ist.


Was, wenn ich sehe, dass andere angegriffen werden oder in Gefahr sind?
Wenn man in einer Gefahrensituation jemand anderem helfen möchte, ist es wichtig dies nur zu tun, wenn man sich dabei selbst nicht gefährdet. Beziehen Sie die Menschen in Ihrer Umgebung ein und sprechen Sie sie direkt an: „Wir helfen jetzt gemeinsam.“ Nachdem Sie die Polizei gerufen haben, verlassen Sie gegebenenfalls mit dem Opfer den Ort und suchen sie „sichere Orte“ auf, wie zum Beispiel ein Zelt des Sicherheitspersonals oder ihr Auto. Versuchen Sie sich das Aussehen des Täters so gut wie möglich zu merken, da die Opfer oft zu aufgebracht sind sich Details zu merken. Halten Sie sich deswegen am Besten als Zeugen bereit.

Was tun bei einem größeren Ereignisfall vor Ort?
Das Wichtigste ist: Ruhe bewahren. Es gilt auch hier: helfen Sie Anderen nicht, wenn es Sie selbst in Gefahr bringt. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Lage und leisten Sie Erste Hilfe, wo Sie können. Falls noch keine Einsatzkräfte eingetroffen sind, wählen Sie den Notruf 112. Wenn Einsatzkräfte eintreffen, machen Sie auf Verletzte aufmerksam.

Notruf - was ist wichtig?
Wenn Sie einen Notruf betätigen, sollten Sie grundsätzlich die fünf W-Fragen beantworten: Was, Wo, Wie (viele), Welche und Wer. Geben Sie immer möglichst genaue Informationen zu Ihrem Standort an. Schildern Sie das Ereignis kurz und in Stichworten. Geben Sie an wie viele Personen betroffen sind und welche Verletzungen oder Symptome vorliegen. Sie müssen diese Informationen jedoch nicht in einem Atemzug angeben, sondern warten Sie auf die Rückfragen der Leitstelle. Wichtig: Bleiben Sie so lange am Telefon, bis die Leitstelle das Gespräch beendet. Oft kann die Leitstelle schon erste Anweisungen geben und kann durch Ihre Hilfe die Einsatzfahrzeugen besser navigieren. Deshalb sollten Sie nie einen Notruf von sich aus beenden.

Die wichtigsten Notrufnummern:
Bundesweit geltende Notrufnummern sind die 110 und die 112. Bei der 110 landet man bei dem Notruf der Polizei und dort sollten sie anrufen bei nicht medizinischen Notsituationen, Straftaten und schweren Verkehrsunfällen. Bei dem Rettungsdienst der Feuerwehr, der 112, sind Sie richtig bei schweren Unfällen, Infarkten und Kollapsen, Bewusstlosigkeit und Vergiftungen und Verbrennungen. Wer am Wochenende dringend einen Arzt braucht, kann die Nummer für Ärztliche Bereitschaft anrufen: 116 117.

Wie richte ich einen Notruf auf dem Handy ein?
Viele Smartphones haben mittlerweile einen sogenannten Notfallpass. Die Idee dahinter ist, dass Helfer im Notfall leicht an Kontaktdaten des Opfers kommen. Bei Apple gibt es seit iOS 8 Notfalldaten, die in der Health-App gespeichert werden. Darin können neben Kontaktinformationen für Angehörige auch chronische Krankheiten oder Medikamentenallergien ausgewiesen werden. Der Vorteil: Dieser Notfallpass ist auch bei gesperrten Telefon zugänglich. Bei Android-Smartphones kann man diese Funktion mit zusätzlichen Apps hinzufügen.

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