Der Boardsport- und Modeanbieter „Blue Tomato“ geht mit einem Ableger in Ulm an den Start. Der Shop soll im März in den Räumlichkeiten der früheren „Gerry Weber“-Filiale an der Ecke Hirschstraße/Münsterplatz eröffnen.

Blue Tomato: Ähnliches Markenportfolio wie Fifty-Eight

Diese Nachricht begeisterte am Donnerstagabend zahlreiche Ulmer. Jens Gramer, der in der Donaustadt seit mehr als 25 Jahren den Skate-, Snowboard und Surfladen „Fifty-Eight“ betreibt, muss sich hingegen auf einen neuen Konkurrenten einstellen. „Natürlich wird sich das auf unseren Umsatz auswirken“, sagt er. „Wir haben ein ähnliches Markenportfolio wie ,Blue Tomato'.“

Dennoch sieht Gramer die Situation verhältnismäßig gelassen. „Eigentlich hatte ich schon früher damit gerechnet, dass ein Laden aus dieser Sparte in die Stadt kommt.“

Auch aus diesem Grund hatte Gramer 2018 die Entscheidung getroffen, mit seinem Geschäft vom Münsterplatz ans SSV-Bad umzuziehen. Dort verfolgt er seit der Wiedereröffnung im April des vergangenen Jahres in den Räumlichkeiten des ehemaligen „Il Salento“ ein neues Konzept. Dabei steht die Gastronomie im Vordergrund: Auf der Ladenfläche direkt an der Donau teilen sich das hauseigene Restaurant und das Sportgeschäft den Platz. Dabei nimmt der Food-Bereich den größeren Teil ein. Auf der Sonnenterrasse werden in den warmen Monaten die Gäste bedient, der Nebenraum wird unter dem Titel „Allgäuer Berghütte“ für Geburtstage oder Firmenfeiern vermietet. Auch die Aussichtsplattform und der Sportgeräte-Verleih unterstreichen, dass sich „Fifty-Eight“ zu einem Freizeitzentrum entwickelt hat.

Fifty-Eight: Nicht mehr auf Laden-Umsatz angewiesen

Mit dieser Ausrichtung passt sich Gramer der allgemeinen Entwicklung im Einzelhandel an. Das Online-Shopping macht den lokalen Anbietern stark zu schaffen, neue Ideen sind gefragt. „Wenn ich in der Innenstadt wie gewohnt weitergemacht hätte, wäre mir die Eröffnung von ,Blue Tomato' teuer zu stehen gekommen“, betont Gramer.

Vor diesem Hintergrund ist er umso glücklicher, ein neues Konzept unter günstigeren Mietbedingungen umgesetzt zu haben. „Die ersten zehn Monate sind wirklich super gelaufen“, erzählt Gramer.