Bei der Polizei Ulm haben sich drei weitere Frauen gemeldet, die in Ulm von einem Postboten sexuell belästigt wurden. Der Beamte, bei dem die Ermittlungen zusammenlaufen, bestätigte am Dienstag auf Nachfrage, dass sich alle fünf Fälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Ulm Mitte zugetragen haben. Ein Bericht in der SÜDWEST PRESSE am 4. Juli hatte den Ausschlag gegeben.

Täter geht nach gleicher Masche vor

Die Masche, die der Grapscher anwandte, war laut dem Beamten stets die selbe: Der junge Zusteller gab vor, gestürzt zu sein, und wollte, dass die Frauen ihm beim Aufstehen helfen. Gingen sie darauf ein, berührte der Mann sie unsittlich: Im Fall einer 40-Jährigen in der Oststadt schob er seine Hand unter ihren Pullover; bei einer 31-Jährigen, die ebenfalls in der Oststadt lebt, fasste er unter das T-Shirt und rutschte mit seinem Gesicht in ihren Ausschnitt.

Post lässt grapschenden Postboten im Zustellgebiet

Beide Frauen zeigten den Vorfall bei der Polizei an. Die Post wurde darüber in Kenntnis gesetzt, beließ den 18-Jährigen aber zunächst in seinem Zustellgebiet. Anfang Juli wollte sich die Behörde mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zu den Ereignissen äußern. Inzwischen aber ist der Mann wohl nicht mehr im Außendienst, sagte der ermittelnde Polizist: „Meinem letzten Kenntnisstand nach wurden Maßnahmen getroffen.“

Drei weitere Frauen von Täter belästigt

Die drei weiteren Frauen, die seit sich seit dem Artikel bei der Polizei gemeldet haben, berichten von ähnlichen Vorfällen, aber sie bewerteten den körperlichen Kontakt teilweise anders: Nicht als sexuelle Belästigung, aber doch als komisch und völlig unangebracht. Das berichtet der Polizist weiter. Unter anderem hat ihnen geholfen, dass sie dem Täter gegenüber sofort resolut wurden und sich wehrten.

Polizei geht von weiteren Opfern aus

Der Beamte geht davon aus, dass es auch noch eine Dunkelziffer geben könnte, weil sich weitere betroffene Frauen nicht gemeldet haben. In jedem Fall wird er die Akte, die sich mit dem grapschenden Postboten befasst, noch einige Zeit offen lassen und nicht vor Mitte August abschließen. Was dann passiert, ist aber schon klar: Er wird eine Anzeige wegen sexueller Belästigung formulieren, das ist ein Straftatbestand, und diese an die Staatsanwaltschaft weiterleiten.

Aufruf: Opfer und Zeugen sollen sich melden

Bis dahin aber haben weitere Betroffene und Zeugen noch Zeit, sich beim Polizeirevier Ulm Mitte unter (0731) 188 33 12 zu melden.

Das könnte dich auch interessieren:

Falschgeld in Laichingen Falsche 50-Euro-Banknoten im Umlauf

Laichingen