Ulm Senioren ins Internet

16 solcher Base-Tab-Geräte werden jetzt ein Jahr lang in Ulm beim Generationentreff und beim Zawiw von und mit Senioren erprobt. Foto: Lars Schwerdtfeger
16 solcher Base-Tab-Geräte werden jetzt ein Jahr lang in Ulm beim Generationentreff und beim Zawiw von und mit Senioren erprobt. Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / VERENA SCHÜHLY 19.06.2012
Ohne Tastatur und Maus ins Internet - Tablet-Computer machen es möglich. Ulm ist eine von bundesweit vier Städten, wo Senioren das erproben.

Ein "Base Tab" ist ein Tablet-Computer, der so groß wie ein Taschenbuch und sehr flach ist. Von der Größe her liegt er zwischen einem Smartphone und einem I-Pad liegt. Diese Geräte werden alle nicht per Tastatur und Maus bedient, sondern über ihre berührungsempfindliche Oberfläche. 16 Base Tabs sind nun in Ulm, weil die Münsterstadt gemeinsam mit Bremen, Berlin, und Düsseldorf ausgewählt wurde für das Projekt "Base Tabs für Seniorinnen und Senioren".

Warum Ulm? Das Zentrum für allgemeine wissenschaftliche Weiterbildung (Zawiw) der Uni Ulm hat schon öfter mit der Stiftung Digitale Chancen zusammengearbeitet, die das Senioren-Projekt initiiert hat und begleitet. Die Geräte stellt die E-Plus-Gruppe inklusive Internet-Flatrate für zwölf Monate kostenlos zur Verfügung. Das Projekt soll die Frage klären, ob ein Tablet-PC Senioren, die noch keine Erfahrung mit Computern haben, den Einstieg ins Internet erleichtert. "Die Auge-Hand-Koordination für das Bedienen der Maus ist möglicherweise ein Hindernis für manche älteren Menschen", sagt Sven Weber von der Stiftung Digitale Chancen. "Beim Tablet-PC mit seiner Oberfläche ist das einfacher: Die Hand arbeitet da, wo man hinschaut."

Das Zawiw zieht mit dem Generationentreff Ulm/Neu-Ulm an einem Strang: Die Hälfte der Base Tabs behält der Generationentreff, der bei seinen Senioren-Computer-Kursen immer aktuelle Entwicklungen berücksichtigt. Ab September wird es die Base-Tab-Kurse geben. Die anderen Geräte wird das Zawiw über seinen Arbeitskreis Medien selbst einsetzen und erproben.

Bei der Übergabe der Geräte haben sich die Vertreter beider Einrichtungen erstmals mit der Bedienung der Geräte vertraut gemacht. Ein Jahr lang wird das Projekt laufen, bis Sommer 2013. Carmen Stadelhofer, die Geschäftsführerin des Zawiw, beschreibt das Ziel so: "Wir wollen am Ende Empfehlungen geben können, ob und unter welchen Bedingungen sich die Geräte für Senioren eignen."

Sven Weber fügt dazu: "Für manche Menschen müssen es nicht superkomplexe Anwendungen sein. Ich weiß von einer Frau aus Bremen, die ihr Base Tab dazu nutzt, einmal am Tag übers Internet die GPS-Position des Schiffs abzufragen, auf dem ihr Sohn fährt und mit dem sie früher selbst unterwegs war. Für diese Frau ist das ein kleiner Beitrag zu einem besseren Lebensgefühl."

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