Ulm Semesterticket: SWU und Ding scheitern mit geplanter Preiserhöhung

Ulm / RUDI KÜBLER 24.06.2013
Die Verhandlungen für das Semesterticket sind geplatzt. Die Preiserhöhungen, die DING und die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) durchsetzen wollten, stießen bei den Studierenden auf völliges Unverständnis.
Völlig unproblematisch waren in der Vergangenheit die Verhandlungen für das Semesterticket verlaufen. Seit dem Wintersemester 1998/99 – damals wurde das Ticket für Studenten eingeführt – einigten sich die Partner immer auf moderate Preiserhöhungen. Nicht so in der jüngsten Sitzung, an der der Donau-Iller-Nahverkehrsverbund DING und die SWU Verkehr auf der einen Seite, Studierende der Uni Ulm, der Hochschule Ulm und der Hochschule Biberach sowie Vertreter der Hochschulpräsidien und des Studentenwerks Ulm auf der anderen Seite teilnahmen. Die Verhandlung wurde ohne Ergebnis abgebrochen, der Grund: eine „beispiellose Preiserhöhung“, wie Stefan Kaufmann sagt. Die Kosten für das Semesterticket sollen sich nach den Vorstellungen von DING und SWU um 5,5 Prozent auf 105 Euro erhöhen; der Solidarbeitrag, den jeder Student entrichten muss, steigt gar um 21,2 Prozent auf 28,50 Euro an.

„Darauf waren wir überhaupt nicht vorbereitet“, sagt der Mobilitätsreferent der Uni-Studierendenvertretung. Er und seine Kommilitonen hätten mit einem Anstieg in der Größenordnung von ein bis zwei Euro gerechnet, das sei nachvollziehbar, „wir müssen das ja den Studierenden vermitteln“, erklärt Kaufmann. Irritiert hat ihn vor allem, dass in der Sitzung „keine Tischvorlage mit Zahlen“ vorgelegt worden sei. Was auch Herbert Jarosch, Kanzler der Hochschule Ulm bestätigt. „Wer so eine Erhöhung anpeilt, muss eine Berechnungsgrundlage präsentieren“, meint Jarosch, der von einem „einmaligen Vorgang“ spricht. Immerhin sitzt der Kanzler der Hochschule Ulm seit nunmehr 15 Jahren stets mit am Tisch, wenn die Ticketpreise ausgehandelt werden. Jarosch: „Das kann ich meinen Studenten so nicht verkaufen.“

DING-Geschäftsführer Thomas Mügge lässt über seinen Pressesprecher Markus Zimmermann mitteilen, keinen Kommentar zu laufenden Verhandlungen abgeben zu wollen – nur so viel: Von einem Abbruch der Gespräche könne nicht die Rede sein, „es gab ein Gespräch, und es wird ein Folgegespräch geben“, sagt Zimmermann.

Claus Kaiser macht indes keinen Hehl daraus, dass er diese Preiserhöhung für „unangemessen“ hält. „Man verhandelt partnerschaftlich und knallt dem anderen keine solche Erhöhung vor den Kopf“, sagt der Geschäftsführer des Studentenwerks Ulm. Dass DING eine finanzielle Anpassung benötige, sei unbestritten. Einen Anstieg in dieser Größenordnung könne er allerdings nicht nachvollziehen.

Dass DING und SWU den Preisanstieg mit den Nahverkehrsverbesserungen zur Uni begründen, stößt sowohl Kaiser als auch Kaufmann auf. Der Referent der Studierendenvertretung sprich von einer „seltsamen Begründung. Das ist keine Luxusverbesserung, sondern lediglich eine Anbindung, wie man sie eigentlich erwarten darf.“ Für den 9. Juli ist das nächste Gespräch terminiert. Kaufmann und Kaiser sind gespannt, ob DING und SWU die Zahlen im Vorfeld vorlegen. Das sei angemahnt worden, sagt Kaufmann, „bislang ist nichts eingegangen“.