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Sie widmen sich unbekanntem Liedgut: Hélène Lindqvist und Philipp Vogler. Foto: Privat
Sie widmen sich unbekanntem Liedgut: Hélène Lindqvist und Philipp Vogler. Foto: Privat
ABO 14.04.2012

Erinnerungen an die Knef

Ulm und Hildegard Knef - es ist eine wechselvolle Geschichte zwischen der berühmten Sängerin und Schauspielerin und ihrer Geburtsstadt. Dass die Knef kein einfacher Charakter war, bekam auch der Filmemacher Eberhard Weißbarth zu spüren, als er für die ARD 1990 zum 65. Geburtstag der Diva das Porträt "Hildegard Knef - zwischen gestern und heute" drehte. Weißbarth hat das alles aufgeschrieben: in einem Buch, das so heißt wie der Film (Bibliothek der Provinz). Nun ist das Werk auch als Hörbuch erschienen, Weißbrandt liest selbst und hat zudem die 20 Jahre alten Tonaufnahmen der Knef aufbereitet. Ein Zeitdokument, ein Charakterbild - und auch lebendige Unterhaltung.

Persische Liebeslieder

Die Sopranistin Hélène Lindqvist ist Ulmer Theatergängern noch in guter Erinnerung: 2006 bis 2009 war sie Mitglied des Opernensembles, überzeugte zum Beispiel als Eurydike in "Orpheus und Eurydike" und als "Maria Magdalena" in "Jesus Christ Superstar". Heute als freiberufliche Künstlerin tätig, hat sie mit ihrem Klavierpartner Philipp Vogler 2011 das spannende "Art Song Project" gegründet: Die beiden machen sich auf die Suche nach in Vergessenheit geratener Musik und graben unbekanntes Liedgut aus. So haben sie sich nun Werken des russischen Komponisten Anton Rubinstein angenommen, sie aufgenommen und die CD im Eigenverlag veröffentlicht: "Persian Love Songs". Die romantischen Lieder sind mit ihren Orientalismen und Arabesken äußerst gefällig, zudem interpretiert sie Lindqvist mit ihrem eher dunklen Sopran sehr reizvoll, von Vogler gekonnt begleitet. Mehr Informationen dazu im Internet unter: theartsongproject.com