Ulm Seifenkistenrennen: Ein Hauch von Formel 1

Ulm / BEATE STORZ 17.07.2016
Beim Ulmer Seifenkistenrennen am Sonntag wurde nicht nur der schnellste Fahrer geehrt. Es wurde auch das kreativste Fahrzeug prämiert.

Das Starterfeld war nicht so international wie in der Formel 1. Aber das zweite Ulmer Seifenkistenrennen zog durchaus auswärtige Rennprominenz an. Die Fahrer kamen bis aus Franken oder der Stuttgarter Gegend. Am Sonntag waren 75 Teilnehmer an der abschüssigen Schillerstraße am Start.

Veranstalter ist der ADAC-Ortsclub Ulm/Neu-Ulm. Es gibt drei Wertungsklassen. Die Fun-Klasse ist für alle gedacht, es  geht um den Spaß an der Freude. Die Junior- und Speedklasse ist etwas für geübte Fahrer ab acht Jahren. Hier wird turniermäßig gestartet, mit Platzierungen und Pokalen. Die Donau-Iller-Werkstätten haben für die kreativste Seifenkiste eine Fahrt auf dem „Ulmer Spatz“ auf der Donau gestiftet.

Das Ulmer Rennen ist auch  ein Familienfest. Denn jenseits der Rennstrecke gab es, quasi im Fahrerlager, Verköstigung und Bespaßung. Aber das Ganze hat einen ernsten Sinn: „Wir veranstalten das Rennen, damit die Kinder mit ihren Eltern basteln und ein Gefühl für Technik entwickeln“, erklärt Daniel Langner vom ADAC. Auf der Rennstrecke geht es 200 Meter bergab. Mit 77 Jahren ist Franz Ahne der älteste Teilnehmer. Er ist extra 130 Kilometer aus Kirchberg an der Murr angereist. „Es gibt ja immer weniger Seifenkistenrennen, da ist mir kein Weg zu weit“, sagt Ahne. Seit zehn Jahren fährt er Seifenkisten, vorher waren es Go-Kart-Rennen. Schmunzelnd: „Zur Formel 1 hat es leider nicht gereicht.“

Am anderen Ende der Altersskala: Der elfjährige Paul hat seinen Boliden mit Vater Michael Scheiffele gebaut, der Initiator und Verantwortlicher des Rennens ist. Konstruktion und Ausführung machen ihm ebenso Spaß wie das Fahren selbst. Pauls Renner erstrahlt im Retrodesign, ein im Stile eines Oldtimers gehaltener Ford mit Holzlenkrad. „Am besten ist der Start von der Rampe“, schwärmt der Elfjährige. Er hat schon Rennerfahrung. Seit drei Jahren nimmt er an Seifenkistenrennen teil.

Gleich mit vier Fahrzeugen ist das Gartenstadt-Racing-Team aus Nürnberg angereist: drei Mädchen zwischen 10 und 16, ein Junge sowie die Eltern. „Wir sind das erste Mal in Ulm. Die lockere Atmosphäre gefällt uns“, meint Tanja Braun. Ihre Kinder Kerstin und Armin haben schon  55 Pokale eingeheimst auf bayerischen, deutschen und europäischen Meisterschaften.

Hauptsächlich starten Kinder und Jugendliche. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn man ewig lang gebaut hat und dann den Berg runter rollt“, schwärmt der zwölfjährige Fabio. Schnallt den Helm zu und setzt sich beherzt in Fahrt.

Alles rund um Schwörmontag und das Schwörwochenende finden Sie hier:www.swp.de/3868617

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