Sehr viel mitgekriegt

LGH 11.12.2013
Ein Brett, ein Haken, eine Jacke - das ergibt den "Bildhauerhaken". Da denkt man gleich an den Nagel, an den der Münchner Komiker Karl Valentin seinen Schreinerberuf hängte.

Ein Brett, ein Haken, eine Jacke - das ergibt den "Bildhauerhaken". Da denkt man gleich an den Nagel, an den der Münchner Komiker Karl Valentin seinen Schreinerberuf hängte. Aber Julius Dörner wohnt ja in Berlin, und beim Bildhauern dürfte es bleiben: Seine Ausstellung in der Smudajescheck Galerie 2012 war jedenfalls ein Verkaufsschlager.

Für seinen zweiten Auftritt hat der 1987 in Hamburg geborene Künstler in die Galerie "eine weitere Wand" gebaut. Darin sind Nischen für seine Objekte aus vorgefundenem Material. Daran hängt etwa das "Pausenbrot" in 70er-Jahre-Orange mit eingearbeiteter Brotbox. Im "Eiertanz" formieren sich Eierbecher nur scheinbar in Reih und Glied. Eckige Teller träumen vom Rund-Sein . . .

"Christiane Schmidt! krist janischt mit!]", heißt die Schau. Als Dörner an die Universität der Künste nach Berlin kam, verstand er statt "Kriegst gar nichts mit!" den Frauennamen. Stimmt nicht, Dörner hat viel mitgekriegt: Kunst-, Zeit-, Designgeschichtliches facettiert mit leiser Ironie, fast etwas zu gewitzt um die Wette. (bis 11. Januar, Di/Do/Fr 14-18, Mi 11-18, Sa 11-15 Uhr, Rabengasse 16).