Neu-Ulm Seeed in Neu-Ulm: Geiles Konzert, verbesserungswürdige Organisation

Neu-Ulm / LYDIA BENTSCHE 07.03.2013
Geschlossene Zugangstüren, zu viele Besucher, chaotische Zustände: Einige Fans haben die Organisation des Seeed-Konzerts in der Ratiopharm Arena kritisiert. Fluchtwege waren blockiert, zwischen Steh- und Sitzplätzen wurde nicht unterschieden. Den Veranstaltern tut es leid. Sie haben für die Zukunft Änderungen geplant.
Das Konzert der Berliner Band Seeed in der Neu-Ulmer Ratiopharm Arena am Mittwochabend kam bei den Besuchern gut an. Doch viele übten Kritik an der Organisation der Veranstaltung. "Seeed war geil, aber die Arena-Organisation sehr miserabel!!!!", schreibt etwa eine Leserin auf der Facebook-Seite der SÜDWEST PRESSE.

6200 Fans strömten in die Arena. Zu viele, fanden manche. Besucher seien vor dem Konzertbeginn von Tür zu Tür geschickt worden, bis sie ins Halleninnere kamen. Selbst auf den Treppen, die eigentlich als Fluchtwege frei sein müssen, standen Menschen.

Einige Seeed-Fans berichten, es hätten anfangs chaotische Zustände geherrscht. Während die Vorband spielte, hätten Besucher den Innenraum auf einmal nicht mehr verlassen und betreten dürfen. Nur wenige Zugänge wären noch offen gewesen, man sei von Tür zu Tür geschickt worden. An anderen Zugängen wären Fans zwar noch hinaus-, aber später nicht mehr hineingelassen worden. Und an weiteren Zugangstüren wurden Besucher - kurz bevor Seeed die Bühne betrat - beim Hinausgehen mit einem Stempel auf der Hand markiert, damit sie später wieder hineingehen durften. Von Anfang an wurde jedoch nicht gestempelt, kritisiert ein Fan. Ein einheitliches Vorgehen sei nicht zu erkennen gewesen und die Sicherheitskräfte hätten selbst nicht gewusst, wie es weitergehen würde.

Die unangenehmen Folgen: Gruppen, die zusammen das Konzert besuchten, wurden getrennt. Und: "Ein paar Leute, die auf die Toilette gehen wollten, haben unter die Tribüne gepinkelt, nachdem die Sicherheitsleute gesagt hatten: 'Ihr dürft raus, kommt aber nicht mehr rein.'" Das erzählt ein Besucher, der im hinteren Bereich des Innenraums stand - "wo zu dem Zeitpunkt wirklich nicht zu viel los war". Er ergänzt: "Die Leute da hinten haben sich saumäßig aufgeregt!" Irgendwann hätten die Sicherheitsleute dann wieder alle Türen aufgemacht. Als Seeed die Bühne betrat, hätte sich die Lage entspannt. Das Konzert sei sehr gut gewesen.

So sehen das auch die beiden Veranstalter "Koko & DTK Entertainment" und "Rebellution". "Das Konzert und die Stimmung waren großartig, Seeed kam gut an", sagt eine Mitarbeiterin von Koko. Den Veranstaltern tut es leid, dass einige Fans anfangs unzufrieden waren und dass nicht jeder seinen Wunschplatz hatte. Aus Sicherheitsgründen sei der Innenraum eben zugemacht worden, als eine bestimmte Anzahl an Besuchern darin war. Und beim Einlass in den Innenraum wurde ihres Wissens gestempelt, sagt die Mitarbeiterin. Alle Regeln und Vorgaben seien eingehalten worden, die 6200 Menschen seien nicht zu viele für die Veranstaltung gewesen.

Das bestätigt auch der Hallenbetreiber, die Arena Ulm/Neu-Ulm GmbH. Pressesprecher Richard King sieht das Konzert als "gelungenen Abend" und verweist darauf, dass es bei einem ausverkauften Konzert nie so sein könne, "wie wenn nur tausend Besucher da sind." Aus seiner Erfahrung sagt er: "Das eine oder andere gibt's immer." Ein Problem sei gewesen, dass sich anfangs viele Besucher auf der Stehplatztribüne hingesetzt hätten, anstatt dort zu stehen. Der Stehblock, den es auch bei den Basketballspielen gibt, lag am Mittwoch gegenüber der Bühne. Als Sicherheitskräfte dort noch vor dem Auftritt von Seeed erklärt hätten, dass die Besucher aufstehen sollen, hätte das die Lage entspannt, heißt es von den Veranstaltern.

Eine Sache haben die Veranstalter aus dem Seeed-Konzert in jedem Fall gelernt: "Bei künftigen Veranstaltungen dieser Art wird es keine freie Platzwahl mehr geben." Jede der 45,50 Euro teuren Karten galt für die gesamte Arena. Die Veranstalter hatten nicht in Steh- und Sitzplätze oder in Innenraum und Tribüne unterschieden. Warum diese Entscheidung so getroffen wurde, konnten die Ansprechpartner am Donnerstag nicht mitteilen. Künftig sollen Sitz- und Stehplätze unterschieden und Sitzplätze nummeriert verkauft werden.

Von der Sicherheitsfirma war am Donnerstag leider niemand für eine Stellungnahme zu sprechen.