Unabdingbare Studie von hohem Erkenntniswert? Oder nur Störfeuer im laufenden Verfahren? Ziemlich unversöhnlich stehen sich die Positionen in der Beurteilung einer Studie gegenüber, die die Hochschule für angewandte Wissenschaften Braunschweig/Wolfenbüttel anstellen soll. IHK, Verein Ulmer City Marketing und einzelne Geschäfte wollen bis Ende Mai, dass Dr. Arnd Jenne, Professor für Handelsmanagement, feststellt, wie sich die Passantenströme in der Ulmer Innenstadt durch den Bau des Einkaufs- und Wohnzentrums Sedelhöfe verändern werden und welche Folgen sich daraus ergeben.
 
Weil die Protagonisten entweder nicht zu erreichen waren oder sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern wollten, ist noch unklar, welcher Zweck genau mit dieser Studie verfolgt wird. Der Braunschweiger Professor bestätigte gestern gegenüber unserer Zeitung, „dass eine solche Studie in Vorbereitung ist“. Zu organisatorischen und vertraglichen Details äußerte er sich nicht. Generell geht um die Abschätzung und wissenschaftliche Fundierung qualitativer und quantitativer Veränderungen des Handelsplatzes Ulm durch das Projekt Sedelhöfe, das zusätzlich 18 000 Quadratmeter Handelsflächen in der City schafft. Nicht bestätigt ist, dass die Studie 63 900 Euro kosten soll. Unseres Wissens beteiligt sich der Verein Ulmer City Marketing  nach Vorstandbeschluss mit 5000 Euro an der wissenschaftlichen Arbeit aus Braunschweig.
Auf einen direkten Zuschuss dürfen die Inititiatoren der Studie nicht hoffen. Die Stadtspitze reagiert verständnislos bis verschnupft. Finanzbürgermeister Gunter Czisch: „Was soll das jetzt noch bringen? Wo soll der höhere Erkenntniswert liegen?“ Die Zeit sei reif für den Abschluss der Bebauungsplanung und das sogenannten Closing, also den Verkauf des kompletten Baugrunds an den Investor MAB – wobei bisher von einer Verkaufssumme von 31 Millionen Euro ausgegangen wird.  

Ein Kommentar von Hans-Uli Thierer