Sedelhöfe: Am Ende überwiegt die Freude

JAKOB RESCH 12.07.2016

Nichts ist so schlecht, als dass es nicht auch eine gute Seite hätte. Der Umkehrschluss dieser Weisheit ist, dass nichts so gut ist, als dass es nicht auch eine negative Seite hätte.

Gewiss atmet die breite Ulmer Öffentlichkeit auf, wenn es demnächst ein Ende haben wird mit der Großbrache in der Innenstadt. Die durch  OB Czisch vorangetriebenen finalen Verträge schaffen die Voraussetzungen, dass nach zweijähriger Verzögerung endlich mit dem Bau der Sedelhöfe begonnen werden kann. Der Fall untermauert eine andere Erkenntnis: Zeit kostet Geld. Dass die Stadt Millionen liegen lässt, ist nicht nur dem früheren Investor MAB und dessen schon in der Planungsphase anachronistischen Konzept in die Schuhe zu schieben. Ein Teil der Verzögerungen war ulmisch hausgemacht. Der Anteil der Lokalpolitik daran ist, dass sie zu lange zaudernd zugeschaut hat.

Naserümpfen wird erzeugen, dass McDonald’s sich das langatmige Procedere fett bezahlen lässt. Aber: Der Hamburger-Weltkonzern  brät keine Extrawurst. Er holt nur aus alten Vertragslagen heraus, was herauszuholen ist. Und ist gegenüber der Stadt beinhart wie ein zu durchgebratenes Fleischküchle. Was McDonald’s kaum vorgehalten werden kann.

Anders das Verhalten des neuen Investors, weswegen morgen dennoch ein Freudentag ist: Die DC-Gruppe übernimmt einen Teil der Kosten für McDonalds. Was beweist, was diesen Hamburger Weltbürgern die Ulmer Sedelhöfe wert sind.