Museumshof Sebastian Schnoy amüsiert im Museumshof

Kann dieser Mann lustig sein? Ja, Sebastian Schnoy kann.
Kann dieser Mann lustig sein? Ja, Sebastian Schnoy kann. © Foto: Tom Wald
Neu-Ulm / Nina Albus 06.08.2018

Sebastian Schnoy kommt aus Hamburg, wo man das „Understatement“ liebt, und so tritt er auch auf. Mit kariertem Hemd und dunkel gerahmter Brille erscheint er im Neu-Ulmer Museumshof und entschuldigt sich, dass er kein Sakko trägt. Kann dieser Mann lustig sein?

Das kann er. Auf angenehm persönliche Art und Weise, so von Du zu Du, plaudert der fast 49-jährige Kabarettist, ehemalige Geschichtsstudent, Autor und Moderator über Heimat, Monarchie und Globalisierung und erklärt, warum er ein Fan der Deutschen Bahn ist. Die Hauptthemen seines Programms „Dummikratie – warum Deppen Idioten wählen“ sind Politik und Populismus. Sein Ziel: „Über dramatische Dinge leicht reden.“

Donald Trumps Frisur vergleicht er mit den Frisuren anderer Rechtspopulisten wie Boris Johnson und Geert Wilders: „Es muss irgendwo einen durchgeknallten Frisör geben, der die Welt zugrunde richten will.“ Auch Horst Seehofer, Alexander Dobrindt und Markus Söder sowie die AfD bekommen ihr Fett weg, doch auch die Linkspopulisten hat Schnoy auf dem Kieker.

Seine Freundin Melanie etwa. „Sie hat den Veranstalter eines Hindernislaufes verklagt, weil der Lauf nicht barrierefrei sei“, berichtet er und erntet herzliches Lachen der etwa 120 Zuschauer. Denn auch wenn man sich bei Sebastian Schnoy ab und an wie im Geschichtsunterricht vorkommt, muss man dem versierten Redner eins lassen: Seine Einfälle sind intelligent, seine Witze geistreich und die Pointen sitzen.

Zum Beispiel, als er über den Umgang mit WhatsApp berichtet: „Man liest eine Nachricht, dann kommt der blaue Doppelhaken und die Zeit läuft gegen einen“, sagt er, denn schon bald komme der Vorwurf: „Du warst online und hast nicht geantwortet!“ Dabei sitze sein Vater seit Jahren neben seiner Mutter auf dem Sofa und antworte nicht. „Manchmal würde er sie bestimmt auch gerne wegdrücken.“

Am Ende hat der Kulturoptimist und Befürworter einer Globalisierung des Glücks tatsächlich sein Ziel erreicht: Er hat erklärt, warum das Internet nicht gefährlich ist und Schlepper nicht von vorne herein böse sind. Sein Credo: „Einmal umdenken, einmal etwas anders machen, einmal Anarchie am Tag.“ Sein Vorschlag: „Vom Beckenrand springen – mitten in die Seniorengruppe.“

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