Schwörmontag Schwörmontag: Wetter gut - Die Donau macht Sorgen

Beim traditionellen Nabada am Schwörmontag war die Donau zeitweise gar nicht mehr zu sehen - so viele wilde Nabader hatten sich 2015 ins Wasser-Spektakel gestürzt.
Beim traditionellen Nabada am Schwörmontag war die Donau zeitweise gar nicht mehr zu sehen - so viele wilde Nabader hatten sich 2015 ins Wasser-Spektakel gestürzt. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / JAKOB RESCH 16.07.2016
Alles paletti zum Schwörwochenende. Das Wetter macht sich. Sorgen macht die Donau ein bisschen: Ziemlich kalt für Nabader. Aber sie fließt gut.

„Alles im grünen Bereich!“ So hat Sabine Gauß am Freitag eine letzte Besprechung bei der Stadt vor dem Schwörwochenende zusammengefasst. So sieht die Leiterin der Zentralen Dienste auch dem kommenden Schwörmontag gelassen entgegen. Tatsächlich stehen alle Zeichen auf heiter. Aber der Reihe nach:

„Da haben Sie aber wirklich Glück“, sagt Clemens Steiner mit Blick auf die Wetteraussichten für die nächsten Tage im Ulmer Raum. Der Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst in Stuttgart: „Es sieht gut aus, das konnte man nicht ewarten.“ Seine Prognose verheißt trockene Bedingungen, überwiegend freundlich, aufgelockert und sogar teilweise heiter. Am Samstag beginnt es bei maximal 20 Grad, Sonntag, Montag geht es aber auf 25 und 26 Grad hoch. Eine „minimale Schauerneigung“ sieht er am Montag, „über den Tagesverlauf ansteigend“, aber abends wieder nachlassend. Steiner winkt einfach mal ab: „Nicht der Rede wert.“

Ein zentrales Element des Stadtfestes ist die Donau. Samstagabend zur Lichterserenade schwimmen 14.000 Öllichter den Fluss hinunter, am Schwörmontag sind es zum Nabada am Nachmittag etwa ebenso viele wilde Menschen. Und da ist den Verantwortlichen etwas bange – wegen der niedrigen Wassertemperaturen. So raten die Stadt, die Organisatoren, und die DLRG dringend dazu, Neoprenanzüge zu tragen. Klaus Kopp von der DLRG Ulm sagt überdies, „dass alle Beteiligten Schwimmwesten tragen und sich ohne Einfluss von Alkohol auf die Donau begeben sollten“. Tatsächlich hat die Donau derzeit nur 16 Grad, vielleicht geht es bis Montagnachmittag noch ein, maximal zwei Grad hoch. Basta. Sabine Gauß dazu: „Da kommt der eine oder andere Nabader an der SSV-Bucht schon etwas schlotternd an.“  Auch Nabada-Organisator Michael Schwender kennt aus seiner Erfahrung blaugefrorene Menschen, zumal: „Wenn die schon in Senden in die Iller einsteigen, dann sind es zwei Stunden bis Ulm.“

Das Tempo Das andere Thema ist die Fließgeschwindigkeit. Am Freitag, sagt Schwender, wäre das Nabada bei einem Durchfluss von 300 Kubikmetern in der Sekunde ausgefallen, der erlaubte Höchstwert ist 250. Aber es wird fallendes Wasser erwartet, das trotzdem noch Tempo hat – schließlich sind beim Wasserfestzug auch schon die Themenschiffe stehen geblieben. Eine Rolle spielen dabei die Stadtwerke. Sprecher Sebastian Koch sagt, dass weder für die Lichterserenade noch für das Nabada eine Absenkung der Donau notwendig sein dürfte. „Wasser ist genügend da.“ Das heißt: Würde zu wenig da sein, wäre die Donau langsam, dann würden die Stadtwerke Wasser am Kraftwerk Böfinger Halde ablaufen lassen. Unterdessen treffen sich die Erbauer der Mottofähren am Samstag zum Abschlussgrillen. Am Montagmorgen um 6 Uhr rücken dann vier Schwertransporter am städtischen Bauhof an, um die Schiffe zum Start ans Edwin-Scharff-Haus zu bringen.

Der eigentliche Anlass für dieses ganze Stadtfest ist die historische Schwörfeier, zu der Oberbürgermeister Gunter Czisch am Montag seine erste Schwörrede halten wird. Erwartet werden dazu als Gäste unter anderem Justiz- und Europaminister Guido Wolf als Vertreter des Landes Baden-Württemberg, die bayerische Staatsministerin Beate Merk, die eigenlich immer dabei ist, und Annette Schavan, Botschafterin am Heiligen Stuhl in Rom. Außerdem gibt es eine Ehrenbürgerwürde zu verleihen. An wen? Pst!

Das Wochenende im Überblick

Samstag Schwörkonzert 19 Uhr im Ulmer Münster mit Chorwerken von Reger, Liszt und Schumann.

Lichterserenade 22 Uhr mit vielen Kerzen auf der Donau.

Sonntag

Schwörgottesdienst 9.30 Uhr in der Wengenkirche.

Open Air 20 Uhr auf dem Münsterplatz mit Revolverheld und Max Giesinger.

Montag

Schwörfeier 11 Uhr auf dem Weinhof mit der Schwörrede des Oberbürgermeisters, Stadtkapelle Ulm und dieses Jahr mit Bindertanz; bei Regen im Münster.

Nabada 16 Uhr auf der Donau, Start Eisenbahnbrücke.

Ausklang in der Stadt, der Friedrichsau, Klosterhof Söflingen, Binsenweiher Wiblingen.

Rote Körbe Bei Regen- oder gar Unwetter gilt: Rote Signalkörbe am Viereckskranz des Ulmer Münsters zeigen an, dass die Schwörfeier ins Münster verlegt wird. Die Körbe signalisieren auch eine witterungsbedingte Absage des Nabada. Außerdem ist die Telefonzentrale der Stadt besetzt (161-0). Infos gibt’s auch auf www.swp.de


 

Alles rund um Schwörmontag und das Schwörwochenende finden Sie hier:  www.swp.de/3868617

 

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